Milliardeninvestitionen in neue Produktionsanlagen
Autoindustrie ist wichtiger Arbeitgeber im Osten

Blühende Landschaften im Osten? Zumindest im Hinblick auf die Automobilhersteller scheint diese Vision der Wendezeit 1989/90 Wirklichkeit geworden. In den neuen Ländern finden gegenwärtig mehr als 100 000 Menschen in der Branche einschließlich Vertrieb Lohn und Brot. Die Automobilindustrie ist damit seit Anfang der 90er Jahre einer der wichtigsten Arbeitgeber im Osten geworden.

HB LEIPZIG. Milliardensummen wurden investiert und Milliardensummen Jahr für Jahr umgesetzt - Tendenz weiter steigend. Derzeit investieren Automobilkonzerne fast 1,7 Mrd. Euro in neue Produktionsanlagen in Ostdeutschland. Die im Bau befindlichen Werke sollen direkt oder indirekt mehr als 11 000 Arbeitsplätze schaffen.

Der Verband der Automobilindustrie beziffert den Umsatz, der 2001 allein in den Autofabriken mit ihren 35 000 Beschäftigten erwirtschaftet wurde, auf knapp 10 Mrd. Euro. Hinzu kommen Erlöse mehrerer hundert großer und kleiner Zulieferer aus Aufträgen aus aller Welt.

Standorte Sachsen und Thüringen gefragt

Bis auf die deutsche Ford-Tochter sind inzwischen alle deutschen Autobauer mit Produktionsstätten im Osten engagiert: Daimler-Chrysler, Opel, Porsche und Volkswagen - das BMW-Montagewerk in Leipzig soll 2005 die Serienfertigung der 3er Reihe aufnehmen. Unter den Ländern haben sich in erster Linie Sachsen und Thüringen als Standorte für den Fahrzeugbau profiliert.

Die VW Sachsen GmbH in Mosel/Zwickau und Chemnitz ist mit knapp 1,8 Mrd. Euro und 6 700 Beschäftigten größter privater Investor in Sachsen. Fast 187 Mill. Euro steckte Volkswagen zudem in seine "Gläserne Manufaktur" in Dresden, in der bei voller Auslastung 800 Mitarbeiter den Luxuswagen "Phaeton" bauen sollen.

Porsche errichtete in Leipzig für über 125 Mill. Euro ein Werk, in dem der Geländewagen Cayenne und später auch der Supersportwagen Carrera GT montiert werden sollen. An die 400 Arbeitsplätze soll das bedeuten. Im Leipziger BMW-Werk - den ersten Spatenstich setzte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) im Mai - sollen 5 500 Menschen Arbeit finden, ebenso viele bei Zulieferern. Der Münchner Konzern investiert rund eine Milliarde Euro.

Zulieferer profitieren von Investitionen

Auch in Thüringen ist ein Autohersteller größter Industrie- Arbeitgeber im Land: die Opel Eisenach GmbH. Rund 2 000 Beschäftigte montieren in Eisenach die Modelle Corsa und Astra. Opel investierte mehr als 1 Mrd. Euro. In Kölleda (Kreis Sömmerda) errichtet Daimler-Chrysler gemeinsam mit Mitsubishi ein Motorenwerk. Mit den Motoren sollen von 2004 an Kleinwagen ausgestattet werden. Das Investitionsvolumen wird auf 244 Mill. Euro veranschlagt, die Zahl der neuen Arbeitsplätze im Werk und davon abhängig in der Region auf etwa 1 000.

Daimler-Chrysler produziert im brandenburgischen Ludwigsfelde seit 1991 Nutzfahrzeuge. Für die Fertigung des neuen Compact-Vans Vaneo wurden die Produktionsanlagen erweitert.

Von den Investitionen der Konzerne profitieren viele Zulieferer. Die Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft (CWE) sieht deshalb den Ballungsraum um Chemnitz-Zwickau mit 250 Firmen und 40 000 Mitarbeitern als eigentliches Herzstück des Automobilbaus im Osten. Zwei Drittel der sächsischen Autozulieferer seien hier angesiedelt. Die Exportquote des Fahrzeugbaus hier belaufe sich mittlerweile bereits auf 44 Prozent.

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