Milliardenkredit der Regierung bringen Haushalt ins Minus
Swissair startet Massenentlassungen

Die vor dem Zusammenbruch stehende Swissair Group hat nach eigenen Angaben damit begonnen, rund 9 000 Mitarbeitern zu kündigen. Beschäftigte, die in bereits zahlungsunfähigen Tochterfirmen angestellt sind, müssen ab November um ihre Lohnzahlungen bangen. Auch Sozialplanleistungen sind in diesen Betrieben nicht gesichert.

ek DÜSSELDORF. In erster Linie betroffen sind die Mitarbeiter der Fluggesellschaft Swissair. Unter anderem verlieren 200 Piloten, 1 000 Flugbegleiter und 540 Beschäftigte des Bodenpersonals ihren Arbeitsplatz und bekommen ab sofort kein Geld mehr. Der Konzern bemühe sich seit dem 8. Oktober gemeinsam mit dem Konkursverwalter, Bund und Banken intensiv um eine entsprechende Lösung, doch bisher liege eine solche Lösung nicht vor, heißt es lapidar in einer Presseerklärung. Auf Bezahlung müssten die Betroffenen wohl bis zum Abschluss des mehrjährigen Liquidationsverfahrens warten.

Besser dran sind die Beschäftigten der noch nicht von der so genannten Nachlassstundung betroffenen Konzerntöchter, unter anderem der Catering-Gesellschaft Gate Gourmet und der Informatik-Firma Atraxis. Hier würden Lohnzahlungen während der Kündigungsfrist und vertraglich vereinbarte Sozialplanleistungen aus dem laufenden Betrieb finanziert.

Keinen Rappen für ausscheidene Mitarbeiter

Völlig in der Luft hängen noch jene Mitarbeiter, die auf die künftige, aus dem heutigen Regionalcarrier Crossair hervorgehende nationale Schweizer Fluggesellschaft übergehen sollen. Eine "konkrete Lösung" liege nicht vor. Bisher sei den Mitarbeitern, "die potenziell zu dieser Gruppe gehören", noch nicht gekündigt worden. Unterdessen kritisierten Arbeitnehmervertreter der Swissair Group, es gebe zwar Milliarden für die neue Crossair, aber keinen einzigen Rappen für die ausscheidenden Mitarbeiter.

Die Schweizer Bundesregierung, mehrere Kantone und die Wirtschaft wollen insgesamt 4 Mrd. sfr (2,7 Mrd. Euro) zur Rettung einer nationalen Airline geben. Bis zum nächsten Frühjahr soll Crossair Swissair-Personal übernehmen und mit einem Teil der Langstreckenflotte ins Interkontinental-Geschäft einsteigen. Zum Finanzierungskonzept und der damit verbundenen Kapitalerhöhung um 2,74 Mrd. sfr müssen die Crossair-Aktionäre auf einer außerordentlichen Generalversammlung ihre Zustimmung geben. Nach Angaben des Schweizer Finanzministeriums werden die Kreditzahlungen aus der Bundeskasse von über 1 Mrd. sfr den Haushalt in die roten Zahlen bringen.

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