Milliardenrisiken bei Trennung von Schiene- und Zugbetrieb
Mehdorn: Trennung von Netz gefährdet Reform

Eine Trennung von Schienennetz und Transport würde nach Ansicht von Bahnchef Hartmut Mehdorn die gesamte Zukunftsstrategie der Deutschen Bahn gefährden.

dpa BERLIN. Wenn die gültige Planung nicht gehalten werden könne, seien Risiken in Milliardenhöhe absehbar. Großinvestitionen müssten völlig neu bewertet werden, sagte Mehdorn am Donnerstag in Berlin. Eine Entscheidung über die Trennung von Trasse und Zugbetrieb dürfe keinesfalls bis zur Bundestagswahl im nächsten Jahr verschoben werden.

Wegen der dann erforderlichen Neubewertung von Großprojekten und Sanierungsverzögerungen könnte die gesamte Bahnreform in Frage gestellt werden. Eine aufgelöste Bahn wäre gegenüber ausländischen Konkurrenten schwer benachteiligt, sagte Mehdorn am Donnerstag bei der Vorlage des Geschäftsberichts für das vergangene Jahr in Berlin.

Er fügt hinzu: "Wer aber glaubt, dass Wettbewerber aus Ländern mit geschützten Heimatmärkten sich hier die Rosinen herauspicken können und die Deutsche Bahn fährt dann den Rest in der Fläche, der irrt."

Finanzvorstand Diethelm Sack kündigte für 2001 ein negatives Betriebsergebnis nach Zinsen an. Im vergangenen Jahr hatte die Bahn mit 199 Mill. ? noch positiv abgeschlossen. Schwarze Zahlen will der Konzern nach einer erwarteten mehrjährigen Verlustphase bis 2004 wieder erreichen.

Der Chef der Bahngewerkschaft Transnet Norbert Hansen forderte statt weiterer Streichungen von Angeboten eine offensive Marktstrategie der Bahn. Dass jeder zweite Bürger noch nicht mit der Bahn gefahren sei, zeige welch großes Kundenpotenzial es gebe, sagte Hansen im ZDF-Morgenmagazin.

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