Milliardenschwere Transaktion
Deutsche Bank und Zürich tauschen Beteiligungen

Die Deutsche Bank und der Schweizer Finanzriese Zurich Financial Services (ZFS) stehen vor einem milliardenschweren Tauschgeschäft: Wie das größte deutsche Kreditinstitut am Donnerstagabend in Frankfurt am Main bekannt gab, will sie die Vermögensverwaltung Scudder aus dem Zürich-Konzern übernehmen. Im Gegenzug soll die Schweizer Gruppe den Deutschen Herold und andere Versicherungsunternehmen aus dem Deutsche-Bank-Konzern erhalten.

afp FRANKFURT/MAIN. Anschließend sollen die Firmen bei Versicherung und Vermögensverwaltung kooperieren. Der Aktienkurs der Deutschen Bank lag knapp eine halbe Stunde vor Börsenschluss mit 61,03 € (119,36 DM) mehr als 4,5 % im Plus.

Die Verhandlungen zwischen dem Frankfurter und dem Züricher Konzern seien bereits "fortgeschritten", erklärte die Deutsche Bank. Weitere Erklärungen solle es bis zum Abschluss der Verhandlungen nicht geben; ein Zeitrahmen für die Gespräche wurde damit ebensowenig genannt wie der mögliche Betrag. In den Medien war seit Tagen über das Geschäft spekuliert worden. Der Gesamtwert des Geschäftes wurde auf 3 Mrd. $ (6,5 Mrd. DM/3,3 Mrd. €) geschätzt. Die Zürich-Gruppe verfügt in Deutschland unter anderem über die Agrippina-Versicherungen.

"Zusammenarbeit bei Versicherung und Vermögensverwaltung integraler Bestandteil"

Die Deutsche Bank ist nach eigenen Angaben "interessiert", Zurich Scudder Investments zu übernehmen. Der eng mit dem britische Zürich-Vertriebssystem verknüpfte Vermögensverwalter Threadneedle solle bei Zürich verbleiben. Der Schweizer Konzern sei gleichzeitig ebenfalls "interessiert, von der Deutschen Bank den Deutschen Herold und weitere Versicherungstöchter in Kontinentaleuropa zu übernehmen". Eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit beider Konzerne "bei Versicherungs-Asset-Management und Investment-Banking-Produkten und deren Vertrieb" sei integraler Bestandteil der Verhandlungen. Damit sollten die Kunden optimal bedient werden, betonte die Deutsche Bank.

Neben der Deutschen Bank hatte sich Medienberichten zufolge auch der britisch-amerikanische Vermögensverwalter Amvescap für Scudder interessiert. Zürich-Chef Rolf Hüppi hatte öffentlich gesagt, für die Konzerntochter würden "mehrere Optionen" geprüft.

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