Millionäre werden schärfer kontrolliert
Nordrhein-Westfalen geht gegen Großverdiener vor

ap DÜSSELDORF. Einkommensmillionäre müssen in Nordrhein-Westfalen mit verschärften Kontrollen durch Steuerprüfer rechnen. "Steuerausfälle oder Steuergeschenke durch fehlende Prüfung wird es nicht mehr geben", sagte der nordrhein-westfälische Finanzminister Peer Steinbrück am Montag in Düsseldorf. Deshalb würden die 6 200 Einkommensmillionäre rückwirkend ab dem 1. Januar 1999 ausschließlich von den spezialisierten Finanzämtern für Großbetriebsprüfung unter die Lupe genommen. Prüfungen des Landesrechnungshofes hatten ergeben, dass bis zu 30 % der Einkommensmillionäre fehlerhafte Steuererklärungen abgeben.

"Extrawürste für Millionäre werden nicht gebraten", sagte Steinbrück. "Das mögen einige Wenige beklagen, ist aber eine wichtige Nachricht für jeden einfachen Steuerzahler, der per Lohnsteuerkarte gar keine Gestaltungsmöglichkeit hat."

Nach Prüfungen des Landesrechnungshofes sind Nordrhein-Westfalen im Jahr 1999 mindestens 36 Mill. DM an Steuergeldern von Millionären entgangen. Bei 30 % der 1 422 untersuchten Steuerfälle wohlhabender Bürger hätten die Prüfer Unregelmäßigkeiten festgestellt, erklärte das Finanzministerium.

Auch Betriebsprüfer sollten sich künftig auf die Prüfung von Millionären spezialisieren, erklärte Steinbrück. Zudem würden die Finanzämter über typische Steuertricks von Großverdienern informiert. Steinbrück zeigte sich zuversichtlich, dass diese härtere Gangart Wirkung zeigen wird. "Ich bin sicher, dass Einkommensmillionäre nunmehr ihre Steuern vollständig bezahlen."

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