Millionen-Ablöse
Nur noch zwei Kandidaten für Völler-Nachfolge

Bayer Leverkusens Manager Reiner Calmund will dem Gesellschafterausschuss des Fußball-Bundesligisten am Montag Kandidaten für die Nachfolge von Sportdirektor Rudi Völler vorschlagen.

dpa LEVERKUSEN. "Wir haben zwei oder drei Kandidaten im Auge, mit denen wir dann vor Weihnachten noch sprechen wollen", erklärte Calmund am Rande der Meisterschafts-Partie am Samstag gegen den 1. FC Nürnberg (4:2). Anfang des Jahres soll eine weitere Gesprächsrunde stattfinden. "Frühestens werden wir im Februar oder März, spätestens aber im April eine Entscheidung treffen", so Calmund.

Völler hatte sich Ende vergangener Woche entschieden, die Nationalmannschaft als Teamchef bis zur Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland zu betreuen und seinen bis 2003 datierten Vertrag mit Bayer zum Ende des Jahres aufzulösen. Nach Angaben der "Bild am Sonntag" muss der Deutsche Fußball-Bund (DFB) dafür rund eine Million Mark Ablösesumme bezahlen, außerdem gehen Einnahmen aus dem Länderspiel am 18. Mai gegen Österreich in der BayArena an den Club.

Zu den Anwärtern auf seine Nachfolge in Leverkusen zählt der ehemalige Fußball Profi von Werder Bremen, Rune Bratseth. Er arbeitet zur Zeit mit Erfolg als Manager beim norwegischen Spitzenclub Rosenborg Trondheim, signalisierte aber in norwegischen Zeitungen bereits Bereitschaft zu einem Wechsel. Als Alternativen werden unter anderem Freiburgs Manager Andreas Rettig und auch Ex-Nationalstürmer Jürgen Klinsmann gehandelt. Doch Klinsmann winkte noch am Sonntag ab: "Es ehrt mich, wenn mein Name im Zusammenhang mit einem solchen Vorzeige-Club genannt wird. Aber es ist für mich kein Thema, da unsere familiäre Zukunft nach wie vor in den USA liegt", sagte der in Kalifornien lebende Schwabe.

Der vermeintliche Völler-Nachfolger wird es nicht leicht haben, aus dessen langen Schatten zu treten. In einem Interview mit der Sonntag-Ausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" beklagte Calmund den Verlust des einstigen Sportdirektors: "Rudi ist ein Imageträger, er ist unbezahlbar und dann noch ein ganz ehrlicher, netter Kerl. Das ist eigentlich das Nonplusultra für diese Position." Gleichwohl äußerte der Manager Verständnis für Völlers Entscheidung: "Viele Trainer würden sich darum schlagen, eine Mannschaft bei zwei Weltmeisterschaften und einer Europameisterschaft betreuen zu dürfen."

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