Millionen Dollar liegen im Prämientopf
Geldsegen beim Grand Prix der Leichtathletik

Der Goldschatz wurde in Berlin geteilt, der Geldregen geht über Paris nieder. Rund 2,8 Mill. Dollar liegen am Samstag (15.05 Uhr ARD live) beim Grand-Prix-Finale der Leichtathleten für die 152 Starter im Prämientopf.

HB/dpa PARIS. Nach sieben Golden-League-Meetings, neun Veranstaltungen im Grand Prix I und elf in der Kategorie II treffen sich die Besten der Besten zum Showdown im schmucken Charlety-Stadion. Um Plätze, Punkte und Prämien kämpft auch ein Trio des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV): Tim Lobinger, Lars Börgeling (Stab) und Steffi Nerius (Speer).

Bereits am Freitag spielen die 27 Council-Mitglieder des Weltverbandes IAAF Schicksal: Von den acht Bewerbern um die ab 2003 neu profilierte Golden League werden zwei auf der Strecke bleiben. London und Stockholm sind die neuen Kandidaten neben den etablierten Meetings in Oslo, Rom, Paris, Zürich, Brüssel und Berlin.

Schon vor dem "Kassensturz" standen drei Großverdiener fest: Marokkos "Wunderläufer" Hicham El Guerrouj (1500 m), Sprint-Königin Marion Jones (USA/100 m) und Saison-Aufsteiger Felix Sanchez (400 m Hürden) aus der Dominikanischen Republik streiten um den Grand-Prix- Gesamtsieg (100 000 Dollar); den Nummer-1-Status in ihrer Disziplin (50 000 Dollar) wird sich keiner mehr streitig machen lassen.

Nur Sanchenz könnte EL Guerrouj besiegen

Mit den Siegprämien aus den sieben Golden-League-Meetings (je 15 000) und ihrem Anteil aus dem goldenen Jackpot (130 000) würden die Gesamtsieger die fürstliche Gage von insgesamt 385 000 Dollar kassieren. Die 50 Kilo Gold musste sich das Trio vor einer Woche beim Berliner ISTAF mit der Mexikanerin Ana Guevara (400 m) teilen.

"Ich habe noch keine Ahnung, was ich mit dem Geld mache", hatte Superstar El Guerrouj in Berlin versichert. In Paris dürfte der Weltrekordler auf jeden Fall einige Gründe zum Feiern haben: El Guerrouj wird am Finaltag 28 Jahre alt, und wenn er auch sein 22. 1500-m-Rennen in Serie ungeschlagen beendet, hat der Afrikaner beste Chancen auf den Gesamtsieg. Die letzte Niederlage musste El Guerrouj am 29. September 2000 einstecken, als er das olympische Finale von Sydney gegen Noah Ngeny (Kenia) verlor.

Nur Sanchez könnte El Guerrouj den Gesamterfolg noch streitig machen. Beide haben nach 8 gewerteten Meetings die Idealpunktzahl von 92. Gewinnen sie auch in Paris ihre "Schokoladendisziplin", kommen sie beide auf 116 Punkte - aber geteilt wird nicht. Tritt dieser durchaus nicht unwahrscheinliche Fall ein, werden die Siegerzeiten der beiden Stars nach einer Punktetabelle bewertet. Auf Wunsch von Sanchez hat der Weltverband IAAF sogar den Zeitplan geändert: Zwischen den 400 m Hürden und den 400 m flach liegen nun 1:35 Stunden - damit wagt Sanchez einen Doppelstart wie kürzlich in London, als er beide Rennen binnen drei Stunden gewann.

Lobinger hat noch Chancen

Einziger DLV-Anwärter auf einen Disziplinsieg ist Stabhochspringer Tim Lobinger (Frankfurt/Main). "Ich will die Chance nutzen, meine Weltjahresbestmarke von 5,90 m noch einmal zu toppen", erklärte der 30-Jährige. Lobinger ist vor dem Finale Zweiter, Nerius Dritte und Börgeling Vierter in der Disziplinwertung.

Der Internationalen Leichtathletik-Verband hat die Grand-Prix-Serie 1985 ins Leben gerufen. Für das Finale sind in 18 Disziplinen jeweils die acht punktbesten Athleten in den Sprints und technischen Disziplinen sowie die besten zehn in den Rundenläufen ab 1500 m qualifiziert. Preisgeld wird ab 2001 in der Gesamtwertung bis Platz drei (davor acht) und pro Disziplin bis Platz acht gezahlt. Bis 1995 wurden 2,24 Mill. Dollar ausgeschüttet, seit 1996 3,39 Mill., in diesem Jahr sind es 2,83 Mill..

Komplizierte Wertung kaum nachvollziehbar

Die komplizierte Wertung mit der Einteilung in Golden League, Grand Prix I und II bei unterschiedlicher Punktverteilung macht diesen Wettbewerb kaum nachvollziehbar. Für die sieben Meetings der Golden League gibt es von Platz eins bis acht folgende Punktgutschriften: 12 - 10 - 9 - 8 - 7 - 6 - 5 - 4. In den Meetings der Kategorie I sind es 8 - 7 - 6 - 5 - 4 - 3 - 2 - 1, im Grand Prix II bis Rang fünf 5 - 4 - 3 - 2 - 1. Für einen Weltrekord werden sechs, für die Einstellung drei Zähler gut geschrieben.

Acht Wettkämpfe kommen seit 1996 (davor nur fünf) in die Wertung, so dass 92 Zähler, wie sie dieses Jahr Marion Jones (100 m), Hicham El Guerrouj (1500 m) und Felix Sanchez (400 m Hürden) gesammelt haben, die Idealpunktzahl ergeben. Für die Grand-Prix-Gesamtsieger gibt es jeweils 100 000 Dollar, für den Disziplin-Erfolg die Hälfte. Beim Finale bringt ein Sieg zusätzlich 24 Zähler, Rang zwei 21. Ein Weltrekord ist in Paris 18 Punkte wert, die Einstellung 9. Bei Punktgleichheit wird das Finalergebnis mit Hilfe einer Punktetabelle umgerechnet und so die Endplatzierung bestimmt.

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