Millionen-Manni fehlen 200 000 Mark
Millionen-Dieb wurde bestohlen

Der als "Millionen-Manni" bekannt gewordene Ex- Polizist und geständige Millionen-Dieb Manfred Küppers ist nach eigenen Worten selbst Opfer diebischer Polizisten geworden.

dpa DÜSSELDORF. Bei der Durchsuchung seines Hauses durch brasilianische Polizisten seien 200 000 Mark aus seinem Safe verschwunden, berichtete der 41-Jährige am Freitag vor dem Düsseldorfer Landgericht. Auch im Gefängnis hätten es Anwälte und Beamte nur auf sein Geld abgesehen gehabt, sagte der Angeklagte.

Der Mönchengladbacher hat zugegeben, vor sieben Jahren in Düsseldorf 3,5 Millionen Mark (1,8 Millionen Euro) aus einem Geld-Transporter gestohlen zu haben. Der Polizist hatte damals im Nebenjob bei einer Sicherheitsfirma gearbeitet. Nach der Tat sei ihm die Beute bei seiner Flucht und in seinem brasilianischen Versteck nur so durch die Hände geflossen, berichtete der Rheinländer.

Schon nach wenigen Tagen habe er 220 000 Mark in südamerikanischen Spielcasinos und Hotels ausgegeben. Falsche Papiere, teure Reisen zu Formel-1-Rennen, ein Verkehrsunfall und der Aufbruch eines Hotel- Safes hätten schnell zu Buche geschlagen.

Sehr bald habe er die Millionen-Summen, die er nach eigenen Angaben in Frankreich in einem Canyon und in Brasilien bei Sao Paulo vergraben hatte, wieder ausgegraben und ausgegeben. Eine halbe Million habe sein Komplize und Fluchthelfer bekommen.

Der ehemalige Polizist brach in Tränen aus, als er von seiner knapp zweijährigen Haftzeit in Brasilien berichtete.

Das Essen sei nicht genießbar, das Wasser nicht trinkbar gewesen: "Das würde ich nicht mal einem Hund vorsetzen", sagte er stockend. In fünf Monaten habe er 40 Kilogramm Körpergewicht verloren. Der Verteidiger von "Millionen-Manni" will erreichen, dass die brasilianische Haftzeit stärker auf die Strafe angerechnet wird als die Haftdauer in deutschen Gefängnissen. Der Prozess soll in der kommenden Woche fortgesetzt werden.

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