Millionenloch zwingt Münchener zum Schnitt
1860: Bitterer Abschied für Häßler, Max und Suker

Der Sparkurs zwingt den TSV 1860 München in der Fußball-Bundesliga zum größten Schnitt seit Jahren: Wegen fehlender Millionen nach der Kirch-Krise muss der Kader abgespeckt werden, Präsident Karl-Heinz Wildmoser und Trainer Falko Götz machen dabei vor großen Namen nicht halt. Weltmeister Thomas Häßler (36 Jahre), Bundesliga-Torschützenkönig Martin Max (34) und der beste Torjäger der WM 1998, Davor Suker (35), spielen in den Planungen keine Rolle mehr. Ihre Verträge laufen aus und werden offenbar nicht verlängert.

HB/dpa MÜNCHEN. "Der Verein unterliegt wirtschaftlichen Zwängen", sagte Trainer Götz und verweist auf gut dotierte Kontrakte der Stars. Wie viele Clubs drücken auch den TSV die in Zeiten des Booms abgeschlossenen Verträge. Man könne sich Spieler wie Max oder Häßler einfach nicht mehr leisten, stellte Wildmoser fest. Den Umbruch würde Götz aber auch bei einem Gehaltsverzicht vorantreiben: "Diese Spieler sind in einer Phase der Karriere, in der es darum geht, langsam aufzuhören." Auch Kapitän Marco Kurz gehört mit 33 Jahren in die Altersklasse, per Option verlängerte er seinen Vertrag um ein Jahr.

Nicht nur die Alt-Stars werden aussortiert. Die Münchner streichen auch Spieler aus der zweiten Reihe von der Gehaltsliste und sind damit eines von vielen Beispielen der Bundesliga, wie den reduzierten TV-Geldern mit einer Verkleinerung des Kaders begegnet wird. Achim Pfuderer, Uwe Ehlers und Rafael da Silva müssen sich wohl neue Vereine suchen. Unsicher ist auch die Zukunft von Simon Jentzsch. Seit Monaten verhandeln der Torhüter und das Münchner Management über eine Vertragsverlängerung. Per Option könnte der Club ihn zumindest bis 2004 halten.

Besondere Maßnahmen versucht der TSV im Fall Thomas Häßler. Ähnlich wie der VfB Stuttgart bei Spitzenverdiener Krassimir Balakow, der als Assistent von Trainer Felix Magath weiter bei den Schwaben bleibt, suchen die "Sechziger" nach einer eleganten Lösung für den Ex-Nationalspieler. "Wir wissen um die Verdienste. Vielleicht ist es möglich, ihn langfristig in anderer Funktion an den Verein zu binden", sagte Götz.

Während Häßler weiter auf das Comeback nach seiner Knieoperation im Januar wartet, bewiesen zwei andere altgediente Profis am Wochenende, dass auf sie Verlass ist. Kurz machte ein "großes Spiel" (Götz), Max steuerte beim 2:0 seinen 49. "Löwen"-Treffer bei.

Trotz wirtschaftlicher Zwänge und Unsicherheit über künftige Einnahmen ist man laut Götz gezwungen, neue Profis zu verpflichten. "Wir sehen uns auf dem Markt um und wollen zwei Spieler holen, die sofort passen und Führungsqualitäten haben", so der 41-Jährige.

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