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Milzbrand-Fälle könnten Dax-Handel belasten

Die Angst vor weiteren Milzbrand-Fällen könnte Händlern zufolge am Montag den deutschen Aktienmarkt belasten. "Nach den Fällen vom Freitag in den USA weiß ich nicht, wie der Markt das heute aufnimmt, mit Panik oder Verunsicherung vielleicht", sagte eine Händlerin.

rtr FRANKFURT. "Von den Vorgaben der US-Börsen her jedenfalls dürfte der Markt wohl eher kaum verändert starten." Im Mittelpunkt dürften erneut die Titel des Pharmakonzerns Bayer stehen, sagten Börsianer. Der Konzern produziert unter anderem das Antibiotikum Ciprobay, das in den USA gegen Milzbrand eingesetzt wird. Am Freitag hatten die Aktien den Handel um mehr als sieben Prozent höher beendet. Zudem dürften die Titel der Commerzbank Anlegerinteresse auf sich ziehen. Bei der Bank findet am Montag die mit Spannung erwartete Aufsichtsratsitzung statt.

Die Citibank berechnete den Deutschen Aktienindex (Dax) gegen 8.10 Uhr (MESZ) mit 4626 Punkten, nach einem Schluss von 4625 Zählern am Freitag. Das Handelshaus Lang & Schwarz sieht den Dax bei 4618 Punkten. In der Vorwoche hatte der Dax um insgesamt drei Prozent zugelegt. Am Neuen Markt werden am Montag steigende Kurse erwartet. Die Citibank berechnete für den Nemax50-Index einen Stand von 913 Punkten, nach einem Schluss von 898 Zählern am Freitag. Ein Händler sagte, sollte es weitere organisierte terroristische Akte mit mehreren Opfern in den USA geben, sei die Erholung der Aktienmärkte vorerst beendet. Hingegen werde sich die Börse an Einzelfälle gewöhnen. Am Freitag war in New York eine Mitarbeiterin des Medienunternehmens NBC positiv auf Milzbrand getestet worden.

Die US-Börsenvorgaben waren uneinheitlich. Am Freitag hatte der Dow-Jones-Index nach Bekanntwerden des neuen Milzbrand-Falls um 0,70 % niedriger auf 9344,16 Punkten geschlossen. Der Nasdaq-Composite-Index beendete die Sitzung 0,11 % höher auf 1703,40 Punkten.

Am deutschen Aktienmarkt könnten ebenfalls die Aktien der Lufthansa für Anlegerinteresse sorgen. Lufthansa-Chef Jürgen Weber hatte der "Bild am Sonntag" gesagt, er halte bei der Fluglinie wegen des starken Passagierrückgangs nach den Anschlägen in den USA die Einführung der Vier-Tage-Woche für sinnvoll. "Die Vier-Tage-Woche bei entsprechend reduziertem Einkommen hätte den Vorteil, dass die Mitarbeiter ihren Job behalten und das Unternehmen am Ende der Krise die Kapazitäten wieder schnell hochfahren kann." Komme es nicht zu einer Einigung, so bedeute dies Kurzarbeit, Kündigungen und teure Sozialpläne. Zurzeit nehme Lufthansa 50 Mill. ? pro Woche weniger ein als vor dem 11. September, sagte Weber dem Blatt.

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