Milzbrand in New Yorks größter Postverteilstelle
Anthrax auch in Poststelle vom Obersten Gericht

Immer mehr Regierungsstellen und Behörden in den USA sind von der Milzbrand-Verseuchung betroffen. Am Freitagnachmittag (Ortszeit) musste der Oberste Gerichtshof in Washington zur Überprüfung geschlossen werden, nachdem Anthrax-Sporen in der Poststelle gefunden worden waren.

dpa WASHINGTON. Zuvor waren in Poststellen des Weißen Hauses, des Außenministeriums und des US- Geheimdienstes CIA Spuren von Anthrax entdeckt worden.

Die Poststelle des Obersten Gerichts liegt nach Angaben einer Sprecherin mehrere Kilometer vom Sitz des Gerichts entfernt. Wie die Sporen dorthin gelangen konnten, war unklar. Wie auch das Weiße Haus und das Außenministerium erhält die Poststelle des Obersten Gerichts seine Briefe aus der zentralen Sortierstelle Brentwood in Washington, wo ein Anthrax-Brief an Senator Tom Daschle sortiert worden war. Seitdem sind zwei Postmitarbeiter dort an Lungenmilzbrand gestorben und weitere erkrankt.

Neuen Anthrax-Alarm gab es am Freitag auch in New York: In der Hauptpoststelle im Stadtteil Manhattan wurden an vier Maschinen zum Öffnen von Briefen Sporen entdeckt. Bereits am Donnerstag war bekannt geworden, dass ein Angestellter in einer Postverteilungsstelle für das Außenministerium an Lungenmilzbrand leidet. Ein weiterer Mitarbeiter, der Symptome entwickelt hatte, die ebenfalls auf Milzbrand hindeuteten, wurde inzwischen entlassen. Er hatte nur eine Grippe, hieß es.

Der erwiesene Lungenmilzbrand-Fall beim Mitarbeiter des Außenministeriums, der in einer Poststelle im Washingtoner Vorort Sterling (Virginia) arbeitete, gilt als besonders alarmierend. Bisher ist die Krankheit bei Angestellten aufgetreten, die in der Washingtoner Poststelle Brentwood arbeiteten. Der erkrankte Ministeriumsmitarbeiter hat sich indessen nie in dem Postgebäude Brentwood aufgehalten. Nach Ansicht von Experten deutet dies darauf hin, das andere Post mit dem Brief an Daschle in Berührung gekommen sein könnte und so stark verseucht wurde, dass dies für eine Lungenmilizbrand-Infektion ausreichte.

Eine Übertragung der Bakterien in Brentwood könnte auch erklären, warum Sporen in einem Gebäude des CIA-Komplexes in Langley (Virginia) und im Walter Reed Army Institute in Silver Spring (Maryland) auftauchten. Nach Regierungsangaben sind die beim CIA gefundenen Anthrax-Spuren äußerst gering und "medizinisch unbedeutend".

Wie das Weiße Haus unterdessen mitteilte, war das Anthrax in dem Brief an Senator Daschle so hoch entwickelt, dass es nicht von einem Laien, sondern nur von einem diplomierten Mikrobiologen hergestellt werden konnte. Das gehe aus Analysen der Bakterien hervor, teilte der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, am Freitag mit. Die Erkenntnisse sprächen auch dafür, dass für die Produktion ein gut ausgerüstetes Labor nötig gewesen sei.

Fleischer zufolge ist nicht ausgeschlossen, dass die Quelle im Ausland liegt. Die gute Nachricht sei, dass nicht unbedingt andere Staaten hinter den Attacken stecken müssten. Die schlechte Botschaft liege darin, dass es einen großen Kreis von möglichen Herstellern gebe, sagte Fleischer.

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