Milzbrand-Sporen in Poststelle des Weißen Hauses
US-Regierung mahnt zu vorsichtigem Umgang mit Post

Angesichts der Häufung von Milzbrand-Fällen hat die US-Regierung die Bevölkerung zum vorsichtigen Umgang mit Post aufgefordert. Die Wahrscheinlichkeit, verseuchte Post zu erhalten, sei zwar sehr gering, aber die Möglichkeit bestehe, sagte Postminister John Potter am Mittwoch im Sender NBC.

ap WASHINGTON. Der Chef der Bundespolizei FBI sagte, bislang gebe es noch keine nachgewiesene Verbindung zwischen Anthrax-Anschlägen und dem organisierten Terrorismus.

"Diese Angriffe waren aber eindeutig dazu bestimmt, ein schon am Abgrund stehendes Land zu terrorisieren", sagte FBI-Direktor Robert Mueller weiter. Drei mit Milzbrand verseuchte Briefe enthielten die Worte "Tod für Amerika" und "09-11-01". Mueller sagte, seine Behörde fahnde mit beispiellosen Personaleinsatz nach den Tätern: 7000 Beamte seien dafür abgestellt worden.

Unterdessen wurden Anthrax-Sporen in einer Poststelle des Weißen Hauses gefunden. Die Poststelle, die auf einem Militärgelände etwa drei Kilometer vom Präsidentensitz entfernt liegt, wurde geschlossen. Drei Angestellte der Washingtoner Postzentrale wurden mit Milzbrand-ähnlichen Symptomen in ein Krankenhaus eingeliefert. Potter riet der Bevölkerung, sich nach dem Umgang mit Post vorbeugend die Hände zu waschen. Der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, betonte, die USA befänden sich im Krieg und hätten Feinde, bei denen man mit allem rechnen müsse.

Am Dienstag fanden Ermittler auf einer Sortiermaschine der Poststelle 20 bis 500 Anthrax-Sporen, wie aus Ermittlungskreisen verlautete. Für eine Infektion über die Lunge sind mindestens 8000 Sporen erforderlich. Die Polizei hielt es für möglich, dass Briefe an das Weiße Haus beim Durchlaufen der Washingtoner Postzentrale Sporen aufgenommen hätten.

Bush schloss eine eigene Gefährdung durch die Erreger aus. "Ich bin zuversichtlich, dass ich sicher bin, wenn ich morgen zur Arbeit komme", sagte er. Briefe an die Regierung wurden in sterilen Behältern aufbewahrt und sollten vor der Zustellung desinfiziert werden, wie ein Postsprecher erklärte.

Zwei Mitarbeiter der Zentrale waren zu Wochenbeginn an Lungen-Milzbrand gestorben. Zwei weitere an Milzbrand erkrankte Angestellte wurden im Staat Virginia behandelt. Ärzte beschrieben ihren Zustand als stabil, die Patienten atmeten selbstständig. Drei weitere Angestellte wurden in der Nacht zum Mittwoch mit Milzbrand-ähnlichen Symptomen in ein Krankenhaus im Staat Maryland eingeliefert, wie ein Sprecher der Klinik mitteilte.

Von den zwölf bislang bestätigten Milzbrand-Fällen infizierte sich die Hälfte der Erkrankten über die Lunge. Die andere Hälfte leidet an dem leichter zu behandelnden Haut-Milzbrand. Ein Fotoredakteur in Florida war Anfang Oktober an Lungen-Milzbrand gestorben. Das Außenministerium warnte US-Bürger im Ausland vor biologischen und chemischen Anschlägen. Seit den Luftangriffen auf Ziele in Afghanistan gebe es ein Potenzial für Vergeltungsanschläge von Terroristen gegen die USA und ihre Bürger.

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