Minderheitsbeteiligung an Fuso wahrscheilich
Daimler-Chrysler vor Einstieg bei Mitsubishi-Trucks

Der Stuttgarter Autobauer dürfte Branchenkennern zufolge schon bald seinen Einstieg in die Nutzfahrzeugsparte des japanischen Partners Mitsubishi Motors verkünden.

Reuters FRANKFURT. Auch wenn der deutsch-amerikanische Konzern die Angelegenheit weiter nicht kommentieren will, gilt das Geschäft in Branchenkreisen und bei Beobachtern als sicher. Die japanische Zeitung "Yomiuri Shimbun" berichtete am Donnerstag, Daimler-Chrysler werde 43 Prozent an der Mitsubishi-Nutzfahrzeugsparte Fuso erwerben. Zuvor werde das Lkw-Geschäft ausgegliedert. "Wir sind noch im Endstadium der Gespräche und die Detailfragen sind noch nicht abgeschlossen", zitierte das Blatt einen Mitsubishi-Sprecher.

Für Freitagmorgen deutscher Zeit wird die Entscheidung des in den USA tagenden Aufsichtsrats Daimler-Chryslers zum Fuso-Deal erwartet. Ein Firmensprecher in Stuttgart wollte die Sache indes nicht kommentieren: "Das sind alles Spekulationen. Dazu gibt es keinen Kommentar", sagte er. Die Aktie des größten deutschen Industrieunternehmens verlor am Donnerstagvormittag in einem schwachen Marktumfeld 0,3 Prozent auf 38,18 Euro.

Der Nutzfahrzeugchef von Daimler-Chrysler, Eckhard Cordes, hatte jüngst noch im Reuters-Gespräch gesagt, er erhoffe sich "enorme" Synergien aus einer möglichen Beteiligung an Fuso. Auch hatte er klar gemacht, dass Daimler-Chrysler sicher nicht nur mit Geld, sondern auch mit Personal bei dem japanischen Truck-Hersteller einsteigen werde.

Insgesamt rund 905 Millionen Dollar wollten Mitsubishi und Daimler-Chrysler in die Tochter Fuso beziehungsweise deren Ausgliederung investieren, berichtete "Yomiuri Shimbun". Den Löwenanteil dieser Summe könnte allerdings der deutsche Partner tragen, wie es schon in verschiedenen Presseberichten hieß.

Wie es in der japanischen Zeitung weiter hieß, will Mitsubishi 42 Prozent an Fuso behalten, die restlichen 15 Prozent sollen von verschiedenen Gesellschaften der japanischen Firmengruppe übernommen werden. Daimler-Chrysler hält bereits 37 Prozent an der Mitsubishi Motor Corp, die ihre Truck-Aktivitäten auch zur Reduzierung der Verbindlichkeiten ausgliedert.

Inklusive Verbindlichkeiten dürfte sich der Firmenwert von Fuso nach Berechnungen der Deutschen Bank auf etwa 1,9 Milliarden Euro belaufen. Der Truck-Bauer halte etwa 30 Prozent am japanischen Nutzfahrzeugmarkt und etwa 24 Prozent am verbleibenden asiatischen Markt ohne China.

Daimler-Chrysler will die Führungsspitze von Fuso offensichtlich aus eigenem Hause besetzen und würde damit ähnlich verfahren wie bei Chrsysler oder Mitsubishi Motors. Dem "Spiegel" zufolge soll Daimler-Manager Wilfried Porth neuer Chef von Fuso werden. Er solle dafür sorgen, dass schnell Synergien mit dem Lastwagengeschäft von Mercedes-Benz realisiert werden, hatte es geheißen.

Bei der US-Tochter Chrysler sitzt bereits der frühere Nutzfahrzeugchef Dieter Zetsche auf dem Chefsessel und beim japanischen Partner übernahm Daimler-Manager Rolf Eckrodt jüngst das Ruder.

Einen Mehrheitserwerb an Fuso hatte Cordes im Reuters-Gespräch allerdings ausgeschlossen. Sollte die Nutzfahrzeugsparte des japanischen Autobauers ausgegliedert und Daimler-Chrysler an der neuen Gesellschaft einen Anteil erwerben, bleibe dies wohl eine Minderheitsbeteiligung, hatte der Manager gesagt.

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