Minderleistungen werden verklausuliert
Das perfekte Arbeitszeugnis

Arbeitszeugnisse sind ein heikles Thema. Zu undurchsichtig ist die Geheimsprache der Personaler. Dabei sind die verwendeten Codes eigentlich schon lange kein Geheimnis mehr. Hier sind einige Punkte für Sie zusammengestellt, die Sie beim Empfang Ihres qualifizierten Arbeitszeugnisses beachten sollten.

Das Ende ist der Anfang

Die Schlussformulierung eines Arbeitszeugnisses bestimmt die Aussage entscheidend mit. Daher lesen manche Personalchefs die Zeugnisse gleich von hinten nach vorn, um sich unnötige Arbeit zu sparen.

Stets die vollste Zufriedenheit...

...beschreibt in der Zeugnissprache die Note "sehr gut". Allerdings darf man diese Formel nie isoliert betrachten, denn ein gutes Zeugnis setzt sich aus vielen Bausteinen zusammen. Wirken andere Bausteine nicht stimmig, so nützt eine perfekte Zufriedenheitsformel wenig.

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Die Fallen lauern überall...

Es gibt viele Möglichkeiten, Kritik im Zeugnis anzubringen. Die bekannteste ist sicherlich der engere Geheimcode, der allerdings überall nachzulesen ist. Formulierungen, die zum Geheimcode gehören, klingen meist sehr gut, sagen aber leider genau das Gegenteil aus. Ein Beispiel hierfür ist die Nullstellentechnik - Wörter wie "sehr", "außerordentlich" "immer" oder "stets" füllen die so genannten Nullstellen eines Zeugnisses. Wenn sie an ganz bestimmten Stellen nicht stehen, bleiben die Nullstellen unbesetzt und das Niveau des Zeugnisses sinkt. Ein anderes Beispiel: Betonte Selbstverständlichkeiten. Es wird die perfekte Kleidung eines Außendienstmitarbeiters oder des Buchhalters Leistungen in den Grundrechenarten hervorgehoben.

Die Psychologie der Sprache

Sprache weckt Assoziationen. Der gleiche Sachverhalt kann so unterschiedlich ausgedrückt werden, dass er einmal in einem sehr positiven Licht, ein anderes Mal in einem negativen Licht erscheint. Das bekannteste Beispiel hierfür das halbvolle oder halbleere Glas. Andere Beispiele aus der Praxis: War der Sachbearbeiter "stets bereit", etwas zu tun, oder tat er es wirklich? "Verfügte" er über gewisse Kenntnisse, oder setzte er sie auch ein? "Konnte" die Marketingreferentin ihr Team motivieren, oder motivierte sie es tatsächlich?

Wichtige Zahlenspiele...

Fügen Sie wo immer möglich Zahlen, Prozentangaben oder Zahlenverhältisse ein. Zwar deuten bereits Positionsbezeichnungen eine Tendenz in der Wichtigkeit dieser Position an, doch besticht nichts so sicher wie Zahlen. Der Einkaufsleiter einer Kette mit 25 Filialen hat andere Größenordnungen zu bewältigen als der Einkausfsleiter einer dieser Filialen.

Quelle: Wirtschaftswoche

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