Archiv
Mindestens 150 Tutsi bei Massaker ermordet

Bei einem blutigen Massaker in dem kleinen ostafrikanischen Land Burundi sind mindestens 150 Tutsi-Flüchtlinge aus dem benachbarten Kongo brutal umgebracht worden.

dpa BUJUMBURA/NAIROBI/NEW YORK. Bei einem blutigen Massaker in dem kleinen ostafrikanischen Land Burundi sind mindestens 150 Tutsi-Flüchtlinge aus dem benachbarten Kongo brutal umgebracht worden.

147 davon seien bei dem Angriff auf das Flüchtlingslager Gatumba gestorben, drei weitere später an den Folgen ihrer Verletzungen im Krankenhaus, berichteten die Vereinten Nationen am Sonntag. Weitere 108 Opfer lagen mit zum Teil schweren Verletzungen im Hospital.

Der UN-Sicherheitsrat wollte sich in der Nacht zum Montag in einer Dringlichkeitssitzung mit dem Massaker befassen. Diplomaten erwarteten eine scharfe Verurteilung der Hutu-Rebellentruppe FNL wegen des Anschlags, jedoch vorerst keine militärischen Maßnahmen gegen Rebellen. Ein Sprecher der UN-Operation in Burundi bezeichnete die Tat als "abscheulichen Akt". Bundesaußenminister Joschka Fischer forderte am Sonntag in Berlin, die Verantwortlichen für diese "abscheuliche Bluttat" müssten unnachgiebig zur Rechenschaft gezogen werden.

Nach südafrikanischen Medienberichten wollte die Hutu- Rebellengruppe FNL, die sich zu dem Anschlag bekannt hat, angeblich eigentlich ein 500 Meter weiter gelegenes Militärlager attackieren. UN-Mitarbeiter widersprachen dem aber und betonten, dass der Überfall den Eindruck einer gut vorbereiteten und organisierten Aktion machte.

Rund 100 Bewaffnete waren demnach am Freitagabend in das Flüchtlingslager an der Grenze zu Kongo eingedrungen und hatten ihre Opfer erschossen oder mit Bajonetten und Knüppeln niedergemetzelt, berichtete David Short, ein Unhcr-Sprecher aus dem Flüchtlingslager. Mehrere Hütten seien niedergebrannt worden. Verkohlte Leichen, getötete Frauen und Kinder seien am Morgen im Lager zu sehen gewesen, sagte ein UN-Mitarbeiter dem britischen Sender BBC.

Die etwa 1700 Bewohner des Flüchtlingslagers sind kongolesische Staatsbürger vom Volk der Tutsis. Sie waren erst im Juni dieses Jahres nach Kämpfen im Osten Kongos nach Burundi geflüchtet. Bei den Kämpfen zwischen Hutus und Tutsis sind in den vergangenen zehn Jahren in Burundi rund 300 000 Menschen ums Leben gekommen.

Der burundische Präsident Domitien Ndayizeye bat um internationale Hilfe, um die FNL unter Kontrolle zu bringen. Die FNL ist die einzige Gruppe in Burundi, die weiter die Regierung in Bujumbura bekämpft und nicht an den von Südafrika geförderten Friedensgesprächen teilnimmt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%