Mindestens 17 Menschen getötet
Gefechte zwischen afghanischen Regierungsmitgliedern

In Afghanistan haben sich rivalisierende Regierungsmitglieder Gefechte um die Vorherrschaft in einem Gebiet im Norden des Landes geliefert. Im Südosten kündigte ein regierungsfeindlicher Kommandeur am Freitag an, die Stadt Chost zurückzuerobern.

Reuters MASAR-I-SCHARIF/KABUL. Afghanistans Präsident Hamid Karsai bemühte sich indes in Saudi-Arabien um weitere Hilfen, um den Aufbau der Wirtschaft des Landes vorantreiben zu können und damit den Einfluss seiner geschwächten Zentralregierung zu stärken. Bei den Gesprächen gehe es darum, die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Staaten voranzubringen, hieß es in saudiarabischen Regierungskreisen.

Bei den Kämpfen im Norden des Landes wurden Augenzeugen zufolge mindestens 17 Menschen getötet und 23 weitere verletzt. Truppen eines tadschikischen Kommandeurs hätten am Vortag drei Dörfer des usbekischen Generals Abdul Raschid Dostum eingenommen, sagte ein Reisender am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Andere Augenzeugen sagten, die Kämpfe seien am Donnerstagmorgen 100 Kilometer südlich von Masar-i-Scharif in der Provinz Samangan ausgebrochen und hätten auch am Freitag angedauert. Die Behörden in Masar-i-Scharif bestätigten Kämpfe in einem Dorf, gaben jedoch keine Einzelheiten bekannt.

Dostum und der tadschikische Kommandeur Ustad Atta Mohammad sind wichtige Mitglieder in der Zentralregierung des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai. Seit dem Sturz des Taliban-Regimes im vergangenen Jahr kam es im Norden des Landes zu mehreren Gefechten zwischen ihren Anhängern.

Im Südosten des Landes reklamierte der Kommandeur Padschah Chan Sadran die Stadt Chost für sich. "Das ist mein Zentrum und ich habe ein Recht darauf. Ich habe mich entschlossen, sie zurückzuholen", sagte Sadran in Gardes in der Nachbarprovinz Paktia in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Er forderte Zivlisten und Hilfsorganisationen auf, die Stadt zu verlassen. Zurzeit stelle er seine mindestens 2000 Kämpfer neu zusammen. In Chost sind auch Spezialkräfte der US-Armee stationiert, die nach Anhängern der Taliban und Mitgliedern der radikal-islamischen El-Kaida-Gruppe suchen.

Sadran war zwar zu Jahresbeginn von Karsais Regierung zum Gouverneur der Region Paktia ernannt worden, hat sich aber inzwischen gegen Karsai gestellt. Mitte September wurde er von einem örtlichen Stammesrat aus Chost vertrieben. Sie hatten ihm vorgeworfen, der US-Armee falsche Hinweise gegeben und damit einen Angriff auf Zivilisten ausgelöst zu haben.

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