Mindestens 18 Luftpiraten an Flugzeugentführungen beteiligt
US-Regierung legt sich noch nicht auf Bin Laden als Täter fest

Bei den Terroranschlägen auf New York und Washington könnte nach Informationen aus hohen US-Regierungskreisen mehr als eine Tätergruppe beteiligt gewesen sein. In den Kreisen hieß es am Donnerstag bei einem Pressebriefing in Washington, die Regierung wolle nicht den islamischen Extremisten Osama Bin Laden voreilig zum Hauptverdächtigen machen, weil mehrere Organisationen involviert sein könnten.

Reuters WASHINGTON. "Wir wollen nicht voreilig handeln", hieß es in den Kreisen weiter. "Wir wollen sicher sein, dass wir alle Verbindungen verstehen, nicht nur eine."

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte am Donnerstag im Nachrichtensender CNN, es bleibe abzuwarten, ob Bin Laden hinter den Anschläge stecke. "Es ist keine Frage, dass Osame bin Laden nach seinen eigenen Erklärungen seit Jahren anti-westlich, anti-USA, anti- eine Reihe arabischer Regierungen ausgerichtet ist." Bin Laden verfüge über ein sehr gut finanziertes Netzwerk. Es werde sich zeigen, ob er zu den Anschlägen in einer direkten Beziehung stehe, erklärte Rumsfeld weiter.

US-Justizminister John Ashcroft hatte zuvor erklärt, an der Entführung der vier US-Flugzeuge seien mindestens 18 Luftpiraten beteiligt gewesen. Die Entführer hätten zudem eine "bedeutende Zahl" von Helfern gehabt. Genaue Angaben machte er nicht. Ashcroft berichtete, einige der Attentäter hätten sich in den USA zu Verkehrspiloten ausbilden lassen. Die Täter, die die Flugzeuge auf die Anschlags-Ziele umdirigiert hätten, seien von Komplizen unterstützt worden. Kriegshandlungen mit derart tödlicher Exaktheit auszuführen, sei offenbar das Ergebnis einer komplexen Organisation mit bedeutender Unterstützung vom Boden aus.

Nach einer von der britischen BBC empfangenen Meldung des afghanischen Radiosenders "Stimme von Schariat" sollen die dort regierenden radikal-islamischen Taliban bereit sein, bin Laden vor ein islamisches Gericht zu stellen, falls die USA seine Beteiligung an den Anschlägen beweisen könnten. Afghanistan habe in den USA angefragt, eindeutig darzulegen, für was bin Laden verantwortlich sein soll. Dann werde die Regierung "ihn an eines der islamischen Gerichte in der Welt überstellen und anklagen", hieß es am Donnerstagabend weiter.

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