Mindestens 20 Tote und 300 Verletzte
Hochzeitsfeier in Jerusalem wird zur Tragödie

Beim Einsturz eines vierstöckigen Gebäudes in Jerusalem sind am Donnerstagabend mindestens 20 Menschen getötet und mehr als 300 Personen verletzt worden. Mehrere Dutzend von insgesamt rund 650 Gästen einer Hochzeitsgesellschaft lägen noch unter den Trümmern des Gebäudes begraben, teilten Rettungskräfte am frühen Morgen mit.

rtr/afp JERUSALEM. Innenminister Eli Jischai sprach von einer der größten Zivilkatastrophen in der Geschichte des Landes. Levy schloss nicht aus, dass die Bergung aller Opfer drei Tage dauern könne. In dem Gebäude hatten der Polizei zufolge 650 Menschen Hochzeit gefeiert, als das Dach einstürzte.Der Einsturz ereignete sich während einer jüdischen Hochzeitsparty im dritten Stockwerk. Gäste berichteten, der Boden sei plötzlich weggebrochen. Menschen, Tische und Stühle seien bis auf das Erdgeschoss gefallen. Die Polizei schloss einen Bombenanschlag zunächst aus.

Das Unglück ereignete sich um 21:43 Uhr. "Da war keine Explosion. Der Boden öffnete sich unter mir. Ich sah meine Brüder nach innen fallen, und ich fiel auf sie, begrub sie", sagte ein Überlebender, das Gesicht von Blut überströmt. Ein weiterer Überlebender berichtete, er sei zusammen mit seinem zehnjährigen Sohn an der Hand abgestürzt: "Papa, hab keine Angst, ich bin bei dir", habe ihm sein Junge gesagt. "Dann sind wir durch ein Stockwerk hindurch und durch noch eines gefallen". Viele Helfer bemühten sich zum Teil mit bloßen Händen verzweifelt, zu den Verschütteten in dem Gewirr von Betontrümmern vorzudringen.

Mit Spürhunden suchten die Rettungskräfte nach den Verschütteten. Bis zum frühen Morgen konnten sie vier Überlebende und fünf Leichen bergen. Auch aus dem 60 Kilometer entfernten Tel Aviv kamen Krankenwagen an den Unglücksort. Über Rundfunk und Fernsehen wurde die Bevölkerung aufgefordert, Blut zu spenden. Die Braut und der Bräutigam hätten das Unglück verletzt überlebt, sagte der Vater des Bräutigams. Beide lägen in benachbarten Betten im Krankenhaus.

Keine Anzeichen für einen Anschlag

Anzeichen für einen Anschlag gab es nach Polizeiangaben nicht. "Alle Erkenntnisse zeigen, dass wir es nicht mit einem arabischen Anschlag zu tun haben", sagte Israels Polizeichef Schlomo Aharonischki am Unglücksort im Jerusalemer Talpiot-Industriegebiet. Baufehler seien für das Unglück verantwortlich. Ein Bauingenieur der Armee sagte, der Beton des Fußbodens sei von unterdurchschnittlicher Qualität gewesen.

Stunden nach der Tragödie herrschten am Unglücksort noch immer Panik und Chaos. Hunderte Menschen warteten hinter den Polizeiabsperrungen auf Informationen über vermisste Verwandte und Freunde. Die Rettungsteams mussten in den Trümmern aus Beton und verbogenem Metall behutsamn vorgehen, weil das Gebäude jederzeit vollständig einstürzen konnte. Einige der Verschütteten teilten über Handy mit, dass sie am Leben seien.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%