Mindestens 29 Tote
Überfall auf Hindu-Tempel in Indien

Bei einem Überfall auf einen Hindu-Tempel im Westen Indiens sind Fernsehberichten zufolge mindestens 29 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden.

HB/dpa NEU DELHI. Mehrere mit automatischen Waffen bewaffnete Männer seien am Dienstagnachmittag (Ortszeit) in den Tempel im Bundesstaat Gujarat gestürmt, hätten Handgranaten geworfen und um sich gefeuert. Die Täter seien vermutlich moslemische Extremisten, zitierte der Sender Star News einen Polizeisprecher. Am Abend lieferten sich die Angreifer weiter heftige Schießereien mit den Sicherheitskräften. Zivilisten hielten sich nicht mehr in dem Tempel auf.

Die Polizei habe den Bereich in der Gujarat-Hauptstadt Gandhinagar abgesperrt und Spezialeinheiten des Militärs angefordert. Scharfschützen aus Neu Delhi wurden eingeflogen. Vier Polizisten seien bei einer weiteren Granatexplosion verletzt worden. Nach Angaben von Augenzeugen verschanzten sich die Täter, deren Zahl auf drei bis fünf geschätzt wurde, auf dem Dach des Gotteshauses. In der Nähe des Tempels liegen die Residenzen des Gouverneurs und mehrerer Minister von Gujarat. Unter den Toten sind nach Berichten des TV- Senders Zee News 14 Männer, 11 Frauen und 4 Kinder.

Der indische Vizeregierungschef Lal Krishna Advani sagte in Delhi, rund 500 Menschen seien aus dem Tempel in Sicherheit gebracht worden. Der Anschlag sei eine Reaktion der Extremisten auf den erfolgreichen Verlauf der Parlamentswahlen im Bundesstaat Jammu und Kaschmir, sagte Advani nach einer Beratung mit hohen Regierungsbeamten. Ministerpräsident Atal Behari Vajayee brach einen Besuch auf den Malediven ab und machte sich auf die Heimreise nach Neu Delhi.

Der Staatssekretär im indischen Innenministerium, I.D. Swami, verdächtigte den pakistanischen Geheimdienst ISI, die Angreifer unterstützt zu haben. Ziel des Anschlags sei es offenbar, den noch brüchigen Frieden zwischen den Religionen in Gujarat zu zerstören. Der Chefminister von Gujarat, Narendra Modi, appellierte an die Bürger, die Eintracht unter den Religionen zu bewahren. Die Sicherheitsvorkehrungen an Tempeln in Delhi und anderen Städten wurden verschärft.

Ende Februar hatten mit einem Brandanschlag auf einen Zug mit Hindus Unruhen in Gujarat begonnen. Danach kam es zu Gewalt gegen Moslems. Dabei wurden nach inoffiziellen Schätzungen bis zu 3000 Menschen getötet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%