Mindestens 40 Opfer
Tote bei fehlgeleitetem US-Angriff in Afghanistan

Bei der Bombardierung einer Hochzeitsgesellschaft in der afghanischen Provinz Urusgan durch US-Kampfflugzeuge sind nach Angaben der afghanischen Behörden 40 Menschen getötet worden. Ein Sprecher des Provinz-Gouverneurs sagte am Dienstag Reuters, unter den Toten befänden sich auch Kinder und Frauen.

Reuters KABUL. Der Sprecher sagte: "Wir haben die Leichen in (der Ortschaft) Deh Rawud, wo 40 Menschen getötet wurden, begraben." Am Montag seien auch in anderen Gebieten der Provinz Luftangriffe der US-Streitkräfte geflogen worden. Die Untersuchungen dauerten noch an. "Es muss Opfer gegeben haben."

Nach afghanischen Angaben durchkämmen afghanische und amerikanische Truppen derzeit das Gebiet. Häuser würden systematisch nach Waffen durchsucht. Unweit der Ortschaft Deh Rawud ist der Geburtsort von Mullah Mohammad Omar, der die Regierung der radikal-islamischen Taliban geführt hatte. Amerikanische Elitesoldaten hielten sich in der Provinz auf, um nach versprengten Kämpfern der Taliban und der El-Kaida-Organisation des moslemischen Extremisten Osama bin Laden. "Wir bitten die Amerikaner um mehr Vorsicht bei ihren Angriffen", sagte der Sprecher der Provinzregierung. Nach seien Angaben wurden vor etwa drei Monaten in der selben Region 30 Personen durch US-Luftangriffe getötet.

Das afghanische Verteidigungsministerium hatte am Montag mitgeteilt, Hochzeitsgäste hätten wie traditionell üblich in die Luft geschossen, als sie dann versehentlich bombardiert worden seien. Ein Sprecher sagte: "Über 30 Menschen wurden getötet. Er war eine Hochzeitsgesellschaft. ... Die Amerikaner haben ihren Fehler eingestanden." Das US-Militär teilte mit, man habe auf Beschuss - darunter auch von Flugabwehrgeschützen - reagiert. Allerdings habe mindestens eine Bombe ihr Ziel verfehlt und es habe unter Zivilisten Opfer gegeben.

Es gibt bereits mehrere Berichte über irrtümliche Angriffe der US-Streitkräfte auf zivile Ziele in Afghanistan. Das US-Heer hatte im Mai eine Meldung der afghanischen Nachrichtenagentur AIP zurückgewiesen, der zufolge US-Kampfflugzeuge das Dorf Bul Chil in der Chost-Provinz angegriffen hätten. AIP zufolge hatten die Piloten die traditionellen Schüsse bei einer Hochzeit als Angriff missverstanden.

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