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Mindestens 42 Tote bei Erdbeben in der Türkei

Bei einem Erdbeben im Westen der Türkei sind am Sonntag nach Behördenangaben mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen.

rtr AFYON. Bei dem Beben der Stärke 6,0 auf der Richter-Skala seien zudem mindestens 150 Menschen verletzt und etwa ein Dutzend verschüttet worden, teilten die Behörden mit. Das Epi-Zentrum lag nahe der Stadt Afyon etwa 250 Kilometer südwestlich von Ankara. Die Regierung richtete einen Krisenstab ein und entsandte Einsatzkräfte des Zivilschutzes und Zelte und Decken in die Region. Mehr als 100 Gebäude seien eingestürzt, teilte der Krisenstab mit. Ministerpräsident Bülent Ecevit flog in die Erdbebenregion, um sich selbst ein Bild vom Ausmaß der Katastrophe zu machen.

Die Provinz Afyon ist eine größtenteils ländliche Region mit rund einer Million Einwohnern. Viele Menschen leben auf Bauernhöfen und in kleinen Häusern, die aus getrockneten Lehmziegeln und Holz gebaut sind. Der Zivilschutz eilte mit Spürhunden in die Region. In einigen zerstörten Häusern schwelten Brände. Rettungsmannschaften suchten in den Trümmern nach Überlebenden. Eine Frau, die in der Ortschaft Sultandagi unter Trümmern verletzt geborgen werden konnte, starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus.

Die größten Schäden gab es offenbar in den Regionen um Sultandagi und Cay, wo Gebäude in einem Gewerbegebiet einstürzten. Augenzeugen berichteten von zersplitterten Fensterscheiben und tiefen Rissen in den Mauern. Viele Einwohner wagten es nicht, in ihre beschädigten Häuser zurückzukehren und warteten zunächst im Freien ab. Augenzeugen zufolge kam es zu starken Nachbeben. Die Erdstöße waren auch in Ankara und anderen Städten zu spüren.

"Es ist wichtig, dass die Bürger heute Nacht nicht in ihre Häuser in Gebieten, die nicht sicher sind, zurückkehren", sagte Ecevit vor seiner Abreise in die Erdbebenregion. Der Staat treffe jegliche Vorsichtsmaßnahmen, sagte Ecevit. Eine große Ladung Zelte sei in die Region geschickt worden, fügte er hinzu.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums reagierte die Bundesregierung noch am Abend mit einem Hilfsangebot auf die Bebenkatastrophe in der Türkei. Das Technische Hilfswerk sei aktiviert, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums.

In der Türkei kommt es häufig zu schweren Erdbeben, da in der Region einige geologische Verwerfungen verlaufen. Bei zwei schweren Erdbeben waren 1999 mehr als 18 000 Menschen ums Leben gekommen. Hunderttausende wurden damals obdachlos. Ecevits Regierung war wegen der angeblich zu späten Reaktion auf die Erbeben von 1999 in die Kritik geraten.

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