Mindestens zwei Verletzte
Israelische Soldaten erschießen Palästinenser im Gazastreifen

ap JERUSALEM/SINGAPUR. Israelische Soldaten haben am Donnerstag im Gazastreifen einen Palästinenser erschossen und mindestens zwei weitere verletzt. Sie eröffneten an einem militärischen Kontrollpunkt das Feuer auf ein palästinensisches Fahrzeug. Über den Hergang der Schießerei gab es widersprüchliche Angaben. Wie die Armee mitteilte, zog einer der Palästinenser eine Pistole, woraufhin die Soldaten auf das Auto schossen. Nach palästinensischer Darstellung wurden die Soldaten nicht provoziert. Das Opfer sei ein Taxifahrer, der Schulkinder transportierte.

Der israelische Militärrundfunk beschrieb die Schießerei als geplante Aktion gegen eine Gruppe von Militanten. Die Armee habe vermutet, dass diese auf dem Weg zu einem Anschlag gewesen seien. Der Zwischenfall ereignete sich in der Nähe der Stadt Chan Junis, wo es am Mittwoch zu heftigen Gefechten gekommen war. Dabei waren vier palästinensische Polizisten getötet und Dutzende weitere Menschen verletzt worden.

Oberrabbiner für Zugeständnisse im Friedensprozess

Ungeachtet dieser Zwischenfälle erörtern sowohl Israelis als auch Palästinenser zurzeit die Chancen für eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche. Mahmud Abbas, der als zweitmächtigster Mann der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) nach Jassir Arafat gilt, sagte, es gebe Kontakte mit Vertretern der israelischen Regierung "auf verschiedenen Ebenen". Er glaube aber nicht, dass in den kommenden Wochen ein Friedensabkommen unterzeichnet werde, wenn Israel nicht alle Forderungen der Palästinenser erfüllt. Der größte Streitpunkt zwischen Israelis und Palästinensern ist der künftige Status von Jerusalem.

Der israelische Oberrabbiner Elijahu Bakschi Doron sprach sich am Donnerstag für Zugeständnisse im Friedensprozess auch in der Jerusalem-Frage aus. Israel dürfe aber die für das jüdische Volk heiligen Teile Jerusalems nicht aufgeben, sagte Bakschi Doron während eines Besuchs in Singapur. "Der Tempelberg ist das Herz des jüdischen Volkes", erklärte der Rabbi. Zugleich rief er Vertreter der jüdischen und moslemischen Kirche auf, ihre Kontakte wieder aufleben zu lassen. Dadurch könne verhindert werden, dass religiöse Fundamentalisten den politischen Konflikt im Nahen Osten austragen.



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