Mineralbrunnen steigert Umsatz im ersten Halbjahr um sechs Prozent
Gerolsteiner will im Ausland wachsen

Der neue Geschäftsführer der Gerolsteiner Gruppe, Jörg Croseck, will den Mineralbrunnen stärker an den Anforderungen des Marktes ausrichten. Mit einem größeren Anteil an Stillen Wässern und dem Ausbau des Einwegsystems soll Gerolsteiner auch künftig stärker wachsen als die Branche.

GEROLSTEIN. Mit einem neuen Strategiepapier ist Jörg Croseck die Geschäftsführung des Getränkeherstellers Gerolsteiner Gruppe Anfang der Woche angetreten. "Das Unternehmen braucht keine Revolution, wir sind strategisch gut aufgestellt sind. Dennoch gibt es Bereiche, in denen wir uns verbessern wollen", sagte der ehemalige Vertriebsdirektor der Unternehmensgruppe im Gespräch mit dem Handelsblatt. Croseck hat seinen Vorgänger Peter Traumann zum 1. September abgelöst.

Um in einem wachsenden Markt auch künftig größter deutscher Mineralbrunnen zu bleiben, will Gerolsteiner seinen Anteil an Einweg-Flaschen deutlich ausbauen. Jeder Deutsche trinkt im Schnitt 104 Liter Mineralwasser im Jahr - Tendenz steigend - und kauft dabei zunehmend Einwegflaschen. Jede vierte Flasche ist bereits eine Wegwerfflasche, meldet das Marktforschungsinstitut Nielsen.

Um an diesen Wert heranzukommen, muss Gerolsteiner noch kräftig umschichten. Bislang ist nur jede zehnte verkaufte Flasche eine Einweg-Flasche. Der Markt wächst rapide, insbesondere bei den PET-Flaschen: Von Januar bis Mai stieg ihr Absatz gegenüber Vorjahr um 76 % und damit auf einen Marktanteil von 20 %. Einwegflaschen aus Glas spielen nur noch eine untergeordnete Rolle in der Branche. Als einer der ersten Brunnenbetreiber hat Gerolsteiner 1998 die PET-Flasche eingeführt und damit frühzeitig auf den Trend zur leichten Flasche gesetzt. Der Marktanteil der Kunststoff-Flasche auf dem Mineralwassermarkt (39 %) wächst stetig. Bei Gerolsteiner ist bereits jede zweite Flasche aus Plastik.

Auch beim Inhalt soll es bei Gerolsteiner einen neuen Schwerpunkt geben. Der Brunnen will seinen Marktanteil bei den Mineralwässern ohne Kohlesäure ausbauen. "Mit diesem Produkt wollen wir die Nummer drei des Marktes werden, derzeit stehen wir an Platz acht", sagt Croseck. Die Konsumgüterriesen Nestlé und Danone belegen mit ihren Marken Vittel und Volvic die beiden ersten Ränge. So genannte Stille Wässer werden bei den deutschen Verbrauchern immer beliebter. Im vergangenen Jahr legte der Absatz um 41 % zu. Laut Verband deutscher Mineralbrunnen liegt der Marktanteil damit jedoch nur bei 1,7 %. Auch wenn es sich um ein kleines Segment handelt, will Croseck aus strategischen Gründen "in anderthalb Jahren einen Marktanteil von 10 %" haben. Insbesondere französische Marken machen den deutschen Brunnen zu schaffen. Doch auch Coca-Cola, Pepsi Cola und Cadbury Schweppes zählt Gerolsteiner zu seinen Konkurrenten. Über alle Produkte hinweg haben ausländische Mineralwässer bereits einen Anteil von 7 bis 8 % - Tendenz steigend.

Um international an Bedeutung zu gewinnen, plant Croseck eine zügige Expansion ins Ausland. "Die Marke Gerolsteiner hat international nur ein begrenztes Potenzial", erklärt der neue Geschäftsführer. "Wenn wir wachsen wollen, muss das über Fusionen, Kooperationen oder Käufe geschehen." Konkrete Pläne gäbe es allerdings noch nicht.

Croseck startet seine Laufbahn als Unternehmenschef von einer soliden Basis aus. Gerolsteiner hat seinen Umsatz in den vergangenen drei Jahren jeweils stärker als der Markt gesteigert. Im ersten Halbjahr 2002 wuchs der Absatz leicht um 1 %, der Umsatz legte um 6 % auf 124,4 Mill. Euro zu. Damit liegt Gerolsteiners wertmäßiger Marktanteil bei 11 %. Während seine Mitbewerber unter sinkenden Preisen leiden, hat das Unternehmen mit Sitz in der Eifel (Gerolstein) sich vom Trend zu Niedrigpreisen abgekoppelt und seine Preise sogar noch einmal erhöht.

Für 2002 prognostiziert Croseck ein Umsatzwachstum von 6 %, der Absatz wird - ähnlich wie im ersten Halbjahr - nur leicht über Vorjahreszeitraum liegen. "Unsere Verkäufe können wir noch verbessern." Mit dem Ergebnis sei er dagegen sehr zufrieden. Zahlen nannte er nicht.

Quelle: Handelsblatt

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