Mineralöl-Fusionen
RWE und Eon unbeeindruckt von Kartellamt-Bedenken

Die Investoren hätte erkannt, dass es sich lediglich um eine Beschwerdeschrift und nicht um eine endgültige Entscheidung gehandelt habe.

dpa-afx FRANKFURT. Die beiden Versorgeraktien RWE und Eon haben am Donnerstagmittag so gut wie gar nicht auf die Bedenken des Bundeskartellamts gegen die große Mineralöl-Fusionen zwischen Shell und DEA sowie BP und Aral reagiert. Die Papiere der DEA-Mutter RWE notierten um 12.10 Uhr bei 42,19 ?, also knapp ein halbes Prozent höher als am Vortag. Die Anteilsscheine von E.ON (Aral-Gesellschafter) kosteten 57,09 ? und hatten sich damit sogar um 1,3% verbessern können.

Zur gleichen Zeit notierte der Leitindex DAX bei 4 970 Punkten, was einem Plus von 54 Zählern oder 1,12% entsprach.

Für Frank Laser, Analyst der Berenberg Bank in Hamburg, ist die Unbeeindrucktheit des Marktes Beweis dafür, dass nichts so heiß gegessen wird wie es gekocht wird. Die Investoren hätte erkannt, dass es sich lediglich um eine Beschwerdeschrift und nicht um eine endgültige Entscheidung gehandelt habe. Die Berliner Behörde habe mitgeteilt, dass die Vorhaben unter den jetzigen Umständen nicht zu genehmigen wäre. Und weil das ohnehin logisch gewesen sei, sei niemand von der Nachricht aus der Hauptstadt negativ überrascht worden, so der Experte im Gespräch mit dpa-AFX.

Nach Meinung eines Frankfurter Aktienhändlers haben zudem die sofortigen Stellungnahmen der Konzerne dafür gesorgt, dass sich die Aktienkurse stabil halten konnten. Shell und RWE-DEA erwarten nämlich trotz der großen Einwände weiterhin einen positiven Ausgang des Verfahrens. Nach Angaben der Behörde läuft die Prüf-Frist zu Shell/DEA bis Ende Dezember, das Zusammengehen von BP/Aral soll bis Mitte Januar unter die Lupe genommen werden. Hauptgrund für die Bedenken ist die Marktbeherrschung: Shell/DEA, BP/Aral und der dritte große Konkurrent Esso würden nach einer eventuellen Fusion gemeinsam Marktanteile von deutlich mehr als 60 % erreichen.

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