Mini bislang auf Erfolgskurs
BMW kündigt Mini-Cabrio an

Mit der bevorstehenden Markteinführung der neuen 5er-Baureihe hofft BMW nach zuletzt schwächeren Verkaufszahlen in der zweiten Jahreshälfte wieder auf bessere Geschäfte. Trotz der noch immer flauen Autokonjunktur halten die Münchener an ihrer Jahresprognose 2003 fest. Zugleich kündigte der Autobauer für Mitte 2004 eine Cabrio-Varante für das Erfolgsmodell "Mini" an.

Reuters MÜNCHEN. "Die positiven Effekte unserer Produkt- und Marktoffensive werden erst im zweiten Halbjahr zur Wirkung kommen, wenn wir mit unseren neuen Modellen an den Start gehen", sagte BMW-Chef Helmut Panke am Donnerstag vor rund 4000 Aktionären auf der Hauptversammlung in München. BMW gehe weiter davon aus, dass das derzeitige Absatzminus auch bei der Marke BMW bis Jahresende nicht nur kompensiert, sondern der Rekordwert 2002 sogar übertroffen werde. Trotz der finanziellen Vorleistungen für die neuen Modelle strebe BMW deshalb für 2003 weiter an, dass Konzernergebnis auf Vorjahresniveau zu halten.

Eine wirtschaftliche Belebung sieht Panke allerdings auch nach dem raschen Ende des Irak-Kriegs bislang nicht: "Insgesamt erwarten wir zunächst nur eine verhaltene Verbesserung der konjunkturellen Lage." Die BMW-Aktie notierte am frühen Nachmittag mit 28,85 ? 0,7 % im Minus, während der Deutsche Aktienindex Dax 0,5 % zulegte.

Produktpalette wird erweitert

Noch nie hat BMW in so kurzer Zeit so viele neue Modelle auf den Markt gebracht und Baureihen überarbeitet. Auf den seit kurzem in Europa erhältlichen Z4-Roadster folgen ab Juli der neue 5er sowie zum Jahresende die Neuentwicklungen X3 und 6er Coupé. Das Auslaufen der 5er-Baureihe hat bei der Kernmarke allerdings zuletzt zu massiven Absatzrückgängen geführt: Im April wurden gut sieben Prozent weniger BMW-Automobile verkauft. Beim Vorsteuergewinn musste der Konzern im ersten Quartal einen Rückgang von rund 18 % auf 830 Mill. ? hinnehmen.

Panke beendete die seit Monaten andauernden Spekulationen um eine Cabrio-Variante beim erst 2001 eingeführten Kleinwagen Mini. "Ich kann Ihnen bestätigten, dass wir das Mini-Produktprogramm in der Tat um ein viersitziges Cabrio erweitern werden", sagte der vor einem Jahr angetretene Vorstandschef. Das Modell werde Mitte 2004 auf den Markt kommen. Der Mini hatte im vergangenen Jahr kräftig zum Absatzwachstum des Konzerns beigetragen. Ursprünglich hatte BMW für 2002 mit 100 000 verkauften Fahrzeugen gerechnet - am Jahresende waren es dann mit rund 144 000 Einheiten deutlich mehr.

"Laufendes Jahr verspricht nur Gutes"

2002 hatte BMW mit 1,057 Mill. Automobilen erstmals siebenstellige Verkaufszahlen erreicht und mit einem Reingewinn von 2,02 Mrd. ? das dritte Rekordjahr in Folge erzielt. "Ich glaube, die Aktionäre können mit der Entwicklung des letzten Jahres zufrieden sein, das laufende Jahr verspricht nur Gutes", sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und fasste damit die Haltung der meisten Redner zusammen. Einzelne Aktionäre übten allerdings Kritik an dem Kursverlust von rund 40 % innerhalb der vergangenen zwölf Monate und der stagnierenden Dividende. "Dürftiger geht's fast nicht mehr", sagte ein Aktionär. Die Anteilseigner sollen für 2002 je Stammaktie 52 Cent und je Vorzugspapier 54 Cent erhalten.

Panke kündigte an, dass die bislang geplanten neuen Baureihen - darunter auch der für 2004 vorgesehene 1er - noch nicht das Ende der Modelloffensive darstellten. "Wo immer wir ein entsprechendes Marktpotenzial für Premiumprodukte erkennen und unsererseits ein vielversprechendes authentisches Angebot machen können, werden wir es tun", sagte Panke. "Unsere Produkt- und Markenoffensive ist kein einmaliges Feuerwerk."

Beim Bau des neuen Werks in Leipzig, wo ab 2004 der 3er gefertigt werden soll, ist BMW nach Pankes Worten "voll im Zeitplan". 2003 solle die Zahl der Mitarbeiter dort um rund 700 auf etwa 1200 steigen. Im vergangenen Jahr erhöhte BMW konzernweit die Beschäftigtenzahl um über 5100 auf knapp 101 400.

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