Mini liegt über Erwartung
BMW hält sich in der Erfolgsspur

Mit dem erfolgreichsten Jahr in der Unternehmensgeschichte im Rücken und der Aussicht auf neue Rekorde hat Joachim Milberg den Chefsessel bei BMW an den bisherigen Finanzvorstand Helmut Panke übergeben.

rtr MüNCHEN. "Er wird den Erfolgskurs der BMW Group zweifellos konsequent weiterführen", sagte Milberg mit Blick auf seinen Nachfolger am Donnerstag in seiner mehrfach von anhaltendem Applaus der Hauptversammlung begleiteten Abschiedsrede. Aufsichtsratschef Volker Doppelfeld sagte, Milberg habe in seiner dreijährigen Amtszeit die Trennung von Rover mit Bravour gemeistert und BMW klar positioniert: "Sie haben Großartiges geleistet." Der 59-Jährige, dem die Aktionäre ihren Dank aussprachen und der BMW künftig im Aufsichtsrat zur Seite stehen wird, kündigte für 2002 erneuet Spitzenresultate an: "Sollten sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen nicht unerwartet verschlechtern, geht die BMW Group davon aus, Absatz, Umsatz und Ertrag weiter zu steigern."

Viel Lob und Dank von den Aktionären für Milberg

Milberg hatte 1999 die Führung bei BMW übernommen, nachdem sein mittlerweile zum Chef von VW aufgestiegener Vorgänger Bernd Pischetsrieder über den Verlustbringer Rover gestolpert war. Da er keine Chancen auf eine zügige Sanierung sah, setzte er den Verkauf der britischen Tochter durch und beendete damit den Ausflug von BMW ins Massengeschäft. Zugleich legte er die Premium-Strategie fest, durch die der Konzern in fast allen Fahrzeugklassen ausschließlich mit hochpreisigen und somit hochmargigen Fahrzeugen präsent sein will.

"Die Aktionäre können rundum mit BMW zufrieden sein", sagte Alexander Stampf von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Der Konzern habe sich unter Milbergs Ägide entgegen dem Markttrend hervorragend geschlagen. "Sie haben ihre Versprechen gegenüber den Aktionären gehalten." Sein Kollege von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK), Klaus Schneider, lobte den scheidenden Unternehmenschef ebenfalls. Angesichts des rund zehn Mrd. DM (gut fünf Mrd Euro) teuren "Rover-Abenteuers" habe niemand mit einer so schnellen Rückkehr des Konzerns zu Rekordgewinnen gerechnet. BMW hatte 2001 - im ersten Jahr ohne die Belastungen durch Rover - bei einem Umsatzanstieg auf 38,46 (37,22) Mrd. ? mit einem Überschuss von 1,86 (1,21) Mrd. ? einen Rekord erzielt. Die Anteilseigner sollen vom Erfolg mit einer um jeweils rund 13 % erhöhten Dividende von 52 Cent je Stammaktie und 54 Cent je Vorzugsaktie profitieren.

BMW will langfristig wachsen

"Ich denke, die BMW Group kann zuversichtlich der Zukunft entgegen sehen", sagte Milberg, der von dem vielen Lob gerührt war und nach der Rede von Doppelfeld sichtlich mit den Tränen kämpfte. "Die Nachfrage nach Premium-Automobilen wird weiterhin überdurchschnittlich sein." BMW werde seine Produktoffensive konsequent fortsetzen. Hierfür sollten bis 2008 rund zehn Mrd. ? in die Entwicklung sowie 16 Mrd. ? in den Ausbau von Produktion, Technik und Vertrieb fließen.

2002 rechne BMW mit über einer Million (2001: 905 000) verkaufter Fahrzeuge, sagte Milberg. Binnen sechs Jahren solle der Absatz um rund ein Drittel klettern, der Umsatz auf 50 Mrd. ? anwachsen. Anders als viele Hersteller im Massensegment konnte BMW im Auftaktquartal seine Geschäftszahlen steigern und geht dabei offenbar von einer anhaltenden Entwicklung aus. "Die erfreuliche Absatzentwicklung setzt sich bei der BMW Group auch im zweiten Quartal fort", sagte Milberg.

Absatzziel 2002 für Mini erhöht

Getragen werde das aktuelle Wachstum vor allem durch die neue, wegen ihres Designs in Deutschland umstrittene, 7er-Bauereihe, erläuterte Milberg. Das neue Modell führe den Erfolg des Vorgängers überzeugend weiter. Aktuell seien von der neuen Serie 17 % mehr Fahrzeuge verkauft worden als im Vergleichszeitraum vom alten Modell. Die im Vorjahr eingeführte Neuauflage des britischen Kultfahrzeugs Mini, das ab 2003 auch als Dieselvariante mit Motoren von Toyota auf den Markt kommen soll, läuft Milbergs Worten zufolge ebenfalls über den Erwartungen. Wegen der hohen Nachfrage gehe BMW davon aus, die bislang für das laufende Jahr anvisierte Absatzmarke von 100 000 um 15 bis 20 % zu übertreffen, sagte er.

Nachfolger Milbergs wird der bisherige Finanzvorstand Panke. Der promovierte Physiker, der seit rund 20 Jahren im Konzern arbeitet, hat dort fast alle Bereiche durchlaufen. Er werde das Konzept seines Vorgängers konsequent umsetzen und dabei auf profitables Wachstum achten, sagte Panke. Das Finanzressort wird der bisherige Leiter des Europa-Vertriebs, Stefan Krause, übernehmen. Milberg wurde von der Hauptversammlung nahezu einstimmig in den Aufsichtsrat gewählt.

Die BMW-Aktie notierte am Nachmittag besser als der Gesamtmarkt mit mehr als einem Prozent im Plus bei 46,75 ?.

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