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Mini mit Maxi Luxus

Essen in zwei Schichten? Captain?s Dinner? Gibt?s auf Europas kleinstem Flusskreuzfahrtschiff - der Serenité - nicht : Statt Masse hat sie auf ihren Flusstouren eigene Klasse - für gerade einmal zwölf Gäste.

Lorenz muss immer als Erster an Land. Mit einem Satz hechtet er über die Reling und über die entengrützengrün gesprenkelte Brühe zwischen Schiffsrumpf und Ufer. Die Leinen fliegen über Bord, und routiniert zieht der junge Schweizer sie durch die rostigen Ringe in dem alten Hafen-Gemäuer an der Saône. Lorenz ist nicht wie ein Matrose gekleidet. Schwarz-weiß gewürfelte Hose, adrette, frisch gestärkte weiße Jacke: Lorenz sieht nicht nur so aus - er ist der Schiffskoch. Trotzdem muss er beim Anlegen helfen und schon mal in den Mittagsvorbereitungen an Land springen.

"Eine Stelle auf einem Schiff ist schon", sagt Lorenz in seinem bedächtigen Berner Akzent, "eine verrückte Sache." Ganz besonders aber auf der Serenité: Auf Europas kleinstem Flusskreuzfahrtschiff ist vieles anders als auf anderen. Gegenüber den übrigen Fluss-Hotelkreuzern ist es ein Winzling. Mit Platz für nur zwölf Passagiere in sechs klimatisierten, auf gehobenem Hotelniveau ausgestatteten Zweibett-Kabinen unter Deck, jeweils mit einem kleinen Duschbad.

Ein Bullauge knapp über der Wasseroberfläche bietet am Landeplatz Frischluft, eine ungewöhnliche Perspektive und zuweilen Mückenplagen. Wichtig: Während der Fahrt muss das Fenster mit großen Schrauben fest verschlossen sein - sonst können die Bugwellen vom Gegenverkehr hineinschwappen.

Klein ist die Serenité - und fein. Auf dem Hauptdeck erwartet die Gäste im Restaurant wie in der Lounge mit Bar und Bibliothek ein großzügig-gediegenes, betont schiffiges Ambiente mit Teak, Mahagoni und Messing. Das ist der exklusive Rahmen, in dem Köstlichkeiten aus Küche und Keller stilvoll zelebriert werden - auch anspruchsvolle Gäste haben keinen Grund zu klagen: Achtern blubbert ein Whirlpool, im Unterdeck ist die Sauna innerhalb einer Stunde aufgeheizt.

Anders sind auch die Bordgepflogenheiten. So wird kein Passagier den Schiffsführer Georg Ebert je in Kapitänsuniform bewundern können. "Das ist doch nur ein Arbeitskittel wie jeder andere auch", winkt der 54-Jährige ab. Und wenn die Passagiere auf Landausflug sind, schlüpft er in seinen knallroten Overall, greift zu Farbpinsel oder Schrubber. Arbeit gibt?s auf einem Schiff immer reichlich.

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