Minicomputer-Hersteller setzt auf Wachstum im Osten: Kontron mit Gewinneinbruch

Minicomputer-Hersteller setzt auf Wachstum im Osten
Kontron mit Gewinneinbruch

Nach einem massiven Gewinneinbruch 2002 wegen einmaliger Belastungen geht der Miniaturcomputer-Anbieter Kontron für das laufende Jahr von einer deutlich höheren Profitabilität aus.

Reuters ECHING. "Wir wollen 2003 wieder zurück zu einem profitablen Geschäft", kündigte Kontron-Chef Hannes Niederhauser auf der Bilanz-Pressekonferenz am Freitag in München an. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) solle auf sieben bis zehn Mill. ? nach 1,6 Mill. ? im Jahr 2002 klettern. Dies solle vor allem durch das Heben weiterer Synergien im Zuge der Fusion mit dem seit Juli konsolidierten Konkurrenten Jumptec realisiert werden. Der Umsatz werde im laufenden Jahr jedoch angesichts der Zurückhaltung vieler Firmen bei Investitionen insbesondere in Westeuropa mit 220 bis 230 Mill. ? nur geringfügig steigen. Mit der Integration von Jumptec zeigte sich Niederhauser weitgehend zufrieden.

Die im seit Wochenanfang existierenden TecDax gelistete Kontron-Aktie gab bis zum Nachmittag um 3,5 % auf 2,75 ? nach.

2002 verbuchte Kontron vor Steuern und Zinsen einen massiven Gewinnrückgang auf 1,6 (Vorjahr: 8,5) Mill. ?, der Überschuss sank auf 0,7 (3,7) Mill. ?. Im Ergebnis enthalten seien neben Währungsverlusten von etwa 800 000 ? auch Sonderabschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 3,9 Mill. ?. Hinzu kämen einmalige Kosten für Restrukturierung von 2,9 Mill. ?.

SES Research, die Kontron mit "Outperformer" bewerten, erklärten, das operative Ergebnis habe unter den Erwartungen gelegen. HVB-Analyst Roland Pitz wies aber auf die Sondereffekte hin: "Der Jahresüberschuss ist durchaus solide." Da Kontron rund 60 % seines Geschäfts in Dollar abrechnet, sei die Prognose für das laufende Jahr angesichts der jüngsten Euro-Stärke zwar von einer gewissen Unsicherheit geprägt. "Ein Gewinnanstieg ist aber durchaus realistisch", sagte Pitz.

Die meisten Ziele der Fusion, wie etwa Einsparungen durch das Zusammenlegen des Vertriebs, des Einkaufs und der Logistik, hat Kontron nach Niederhausers Worten erreicht oder übertroffen. Lediglich das Vorhaben, den Umsatz stärker zu steigern, sei verfehlt worden, ergänzte er.

Durch den Waffengang im Irak sieht sich Kontron, die ihre so genannten Embedded Computer Systeme auch an das US-Militär liefern, nicht belastet - im Gegenteil. "Der Krieg hat sich bereits für uns ausgewirkt und zwar positiv", sagte Niederhauser. So habe sich der US-Umsatz im vierten Quartal auf Grund von Aufträgen der amerikanischen Streitkräfte auf 4,4 (Vorquartal 2,3) fast verdoppelt.

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