Minimal-Märkte in Hessen und Rheinland-Pfalz betroffen
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Rewe

Die Gießener Anklagebehörde ermittelt jetzt gegen den Handelskonzern. Rewe soll tonnenweise kennzeichnungspflichtiges Fleisch im September 2000 tiefgefroren und von Ende April an als Frischfleisch verkauft haben.

rtr FRANKFURT. Die Gießener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Rewe-Konzern wegen des Verdachts, Rindfleisch nicht ausreichend gekennzeichnet zu haben. Der Sprecher der Anklagebehörde, Reinhardt Hübner, sagte am Dienstag, es werde Hinweisen nachgegangen, dass 20 bis 30 Tonnen Rindfleisch vor der Einführung der Kennzeichnungspflicht im Zuge der BSE-Krise im September 2000 tiefgefroren und von Ende April an als Frischfleisch verkauft worden seien. Das Fleisch soll in Minimal-Märkten in Hessen und Rheinland-Pfalz angeboten worden sein.

Hübner sagte weiter, die Staatanwaltschaft gehe davon aus, dass alle rund 180 Märkte in beiden Bundesländern mit dem Fleisch beliefert wurden.



Die Ermittlungen seien vergangenen Freitag nach einem Hinweis aus dem Raum Bad Kreuznach aufgenommen worden. Hübner betonte, die Staatsanwaltschaft hege nicht den Verdacht, dass das betroffene Fleisch mit dem BSE-Erreger verseucht sei. "Es gibt keinen Zusammenhang mit BSE."



Rewe-Sprecher Wolfram Schmuck räumte ein, dass in einem rheinland-pfälzischen Minimal-Markt aufgetautes Rindfleisch angeboten worden sei, das nicht den vorgeschriebenen Hinweis "Sofort verbrauchen" getragen habe. Rewe prüfe zurzeit, ob dies auch in anderen Minimal-Märkten in Rheinland-Pfalz und Hessen geschehen sei.



Unterdessen wurde in Niedersachsen der elfte BSE-Fall bestätigt. Nach Angaben des Landesagrarministeriums war bei einer fünf Jahre alten Schlachtkuh aus dem Raum Stade der Schnelltest positiv ausgefallen. Das Referenzlabor in Tübingen wies daraufhin die Rinderseuche nach. Zu dem betroffenen Bestand gehören 220 Tiere, von denen nach Angaben des Ministeriums 73 jünger als 20 Monate sind und deshalb nicht getötet werden müssen. Bundesweit erhöhe sich die Zahl der BSE-Fälle damit auf 71, sagte ein Ministeriumssprecher.

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