Minimalziel erreicht
Eishockey-Nationalteam schlägt Japan bei WM

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bereits zum Auftakt der Weltmeisterschaft in Schweden ihr Minimalziel erreicht. Das Team von Bundestrainer Hans Zach besiegte ohne Probleme Japan 9:2 (2:0, 5:2, 2:0) und hat damit den Klassenerhalt so gut wie sicher.

sid JÖNKÖPING. Während die Asiaten aller Voraussicht nach in die Relegation müssen, kann die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) schon für die Zwischenrunde planen. WM-Debütant Andreas Morczinietz von den Augsburger Panthern (5. und 49.), Dennis Seidenberg vom Vizemeister Adler Mannheim (9. ), Neuling Boris Blank von den Eisbären Berlin (23. und 32.), der Mannheimer Stefan Ustorf (24.), Len Soccio von den Hannover Scorpions (32.) und Klaus Kathan von den Kassel Huskies (38. und 53. ) erzielten die Tore für den WM-Achten, der nun in den weiteren Partien am Sonntag gegen den Erzrivalen Schweiz und am Montag bereits Punkte für die Zwischenrunde sammeln kann.

Für die "Unabsteigbaren" aus Japan trafen vor 3374 Zuschauern, darunter ein Drittel aus Deutschland, Chris Yule (26.) und Takahito Suzuki (31.). Die Nippon-Cracks, die seit ihrer Aufnahme in die A-Gruppe 1998 ständig den letzten Platz belegten, müssen in Schweden nicht um den Klassenerhalt zittern. Denn aufgrund ihres Sonderstatus' müssen sie sich nur in der Fernost-Qualifikation gegen China und Südkorea durchsetzen. "Das wird eine harte Nuss", hatte Zach vor dem 18. Vergleich mit Japan gewarnt. Doch die Befürchtungen des Bundestrainers, der sich extra eine Videokassette des überraschenden 3: 2-Testspielsieges der Asiaten in Lettland hatte zuschicken lassen, bestätigten sich nicht. Schon in der Anfangsphase wurde deutlich: Das Geschehen sollte sich hauptsächlich vor dem japanischen Tor abspielen.

Selbst dann, als der Münchner Christoph Schubert auf der Strafbank saß: Morczinietz nutzte einen Traumpass von Len Soccio (Hannover Scorpions) zur frühen Führung. "Das war ein ganz wichtiges Tor", meinte der 24-Jährige, der in seinem 15. Länderspiel bereits zum dritten und vierten Mal traf: "Dass das erste Tor in Unterzahl fiel, macht es umso schöner." Doch nicht nur in zahlenmäßiger Unterlegenheit traf das junge deutsche Team, auch in Überzahl: Gleich bei der ersten Chance überwand Seidenberg mit einem Schlagschuss von der blauen Linie Torhüter Jiro Nihei, als Goalie in Schwedens zweiter Liga einziger Auslandsprofi im japanischen Team.

Als "sehr lauffreudig und kampfkräftig" hatte Zach den Fernost-Vertreter im Vorfeld charakterisiert - und behielt Recht: Denn ihre Unzulänglichkeiten im Umgang mit dem Puck konnten die Japaner nicht verbergen, selbst bei fast einminütiger 5:3-Überzahl geriet das Tor von Marc Seliger nicht ernsthaft in Gefahr. "Die deutsche Mannschaft spielt besser als erwartet - sehr aggressiv und zweikampfstark", meinte Rekordtorschütze Erich Kühnhackl schon nach dem ersten Drittel. Nach dem Doppelschlag durch Blank und Ustorf zu Beginn des zweiten Abschnitts ließ das Zach-Team allerdings die Zügel etwas schleifen und ermöglichte dem Abonnement-Letzten durch individuelle Fehler zwei Treffer. "Da haben wir zweimal geschlafen", gab Kapitän Jürgen Rumrich zu.

Doch danach ging das muntere Toreschießen für den Olympia-Achten weiter. Während die 1000 deutschen Fans auf den Rängen "Karneval in Schweden" feierten, verbuchte Soccio Länderspieltreffer Nummer 14, glänzte WM-Debütant Blank zum zweiten Mal als Torschütze, und gelangen Kathan bereits die Treffer 20 und 21 im Nationaltrikot. Das schönste Tor des Tages aber erzielte Morczinietz mit einem herrlichen Solo zum 8:2.

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