Minister aus Kärnten
Neuer Kandidat für FPÖ-Führung

Die nach dem plötzlichen Rückzug Jörg Haiders führungslose FPÖ hat sich nach langem Ringen auf einen neuen Kandidaten für das Amt des Parteichefs geeinigt.

Reuters WIEN. Infrastrukturminister Mathias Reichhold bestätigte am Mittwoch im Österreichischen Rundfunk (ORF) seine Kandidatur für den Parteivorsitz beim FPÖ-Parteitag am kommenden Samstag. Die vergangenen Tage hatte die Parteispitze in mehreren Krisensitzungen darüber beraten, wer die FPÖ in die Parlamentswahl im November führen solle.

Der 45-Jährige Bundesminister Reichhold kann offenbar auf die Unterstützung Haiders zählen. Die FPÖ des Bundeslandes Kärnten, in dem Haider als Landeshauptmann (Ministerpräsident) regiert, sprach sich geschlossen für die Kandidatur Reichholds aus. Der Fraktionsvorsitzende der FPÖ im Kärntner Landtag, Martin Strutz, verwies darauf, dass Reichhold 20 Jahre für die FPÖ tätig gewesen sei und dabei "großteils an der Seite Jörg Haiders". Der Biobauer und Hühnerzüchter war vor seinem Wechsel in die Bundesregierung im vergangenen Februar mehrere Jahre stellvertretender Landeshauptmann in Kärnten gewesen.

Ein Richtungsstreit in der FPÖ hatte vergangene Woche zum vorzeitigen Ende der Mitte-Rechts Regierung geführt. Die konservative Volkspartei (ÖVP) hatte das Bündnis aufgekündigt, nachdem Vizekanzlerin und FPÖ-Chefin Susanne Riess-Passer und Finanzminister Karl-Heinz Grasser nach einem Machtkampf mit den Anhängern Haiders zurückgetreten waren.

Haider hatte zunächst angekündigt, die FPÖ wieder zu übernehmen, aber drei Tage später wieder seine Zusage zurückgezogen. Den Verzicht auf die Parteiführung begründete er damit, dass seine Familie bedroht worden sei, weil er sich gegen den Kauf neuer Kampfflugzeuge ausgesprochen hatte.

Der öffentlich ausgetragene Machtkampf hat der FPÖ Meinungsforschern zufolge schwer geschadet. In Umfragen sackte die Partei auf 14 % ab. Das wäre rund die Hälfte des Stimmenanteils, den die FPÖ bei der Parlamentswahl 1999 erreicht hatte. Die Neuwahl findet voraussichtlich am 24. November statt. Das Ende der Legislaturperiode wäre im Herbst 2003 gewesen.

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