Minister-Entscheidung soll Mitte Mai fallen
Holtzbrinck streitet Springer-Vorwürfe ab

Die geplante Fusion von "Tagesspiegel" und "Berliner Zeitung" sei keine Beeinträchtigung des Springer-Blattes "Die Welt", so die Stuttgarter Verlagsgruppe. Springer hatte sich in einem Brief an Wirtschaftsminister Clement beschwert.

HB/vwd/dpa STUTTGART. Die Stuttgarter Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck sieht in der Fusion der Berliner Zeitungen "Tagesspiegel" und "Berliner Zeitung" keine Beeinträchtigung der Lage für die Tageszeitung "Die Welt". Die Verlagsgruppe widersprach damit am Donnerstag einer Einschätzung des Axel-Springer-Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner. Dieser hatte in einem Brief an den Wirtschaftsminister Wolfgang Clement mit der Einstellung der "Welt" gedroht, sollte die Fusion durch eine Ministererlaubnis genehmigt werden.

Das vorgeschlagene "Berliner Modell" von Holtzbrinck stabilisiere die heutigen publizistischen Verhältnisse und beeinträchtige nicht die "Welt", erklärte Holtzbrinck. Die Gruppe verweist darauf, dass über 90 Prozent der "Welt"-Auflage außerhalb von Berlin verbreitet wird. Die "jahrzehntelangen Ertragsprobleme" seien nicht Gegenstand des Verfahrens, hieß es. Auch nach der Erteilung der Ministererlaubnis bliebe der Axel-Springer-Verlag mit seinen Titeln und einem Marktanteil in Berlin von über 50 Prozent absoluter Marktführer im Zeitungslesermarkt und auch im Anzeigenmarkt.

Springer

-Vorstandschef Mathias Döpfner hatte vor "schwerwiegenden Konsequenzen", falls der Minister nach dem Nein des Bundeskartellamtes die Übernahme doch noch erlaube. Eine Springer-Sprecherin bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel".

Die Übernahme der "Berliner Zeitung" durch Holtzbrinck hätte zwingend zur Folge, dass "zunächst die "Morgenpost" und letztlich auch die "Welt" vom Markt genommen werden müssten", heißt es in dem Schreiben vom Beginn der Woche. Die Entscheidung über eine Ministererlaubnis soll Mitte Mai fallen. Der Holtzbrinck-Verlag ("Die Zeit", "Handelsblatt") besitzt in Berlin bereits den "Tagesspiegel".

Er hat seinerseits mit der Einstellung des "Tagesspiegels" gedroht, falls die Ministererlaubnis nicht erteilt wird. Die "Berliner Zeitung" gehörte bislang zur Bertelsmann-Tochter Gruner + Jahr.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%