Minister: Landesbanker keine "Dorftrottel"
Kredit an Kirch für Formel 1 offenbar gut abgesichert

Der Milliardenkredit der Bayerischen Landesbank für das Formel 1-Engagement der angeschlagenen KirchGruppe ist nach Einschätzung von Bayerns Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) gut abgesichert.

dpa MÜNCHEN. "Um den Formel-1-Kredit ist mir nicht bange", sagte Faltlhauser am Mittwochabend im Club Wirtschaftspresse München. Die Landesbanker seien keine "Dorftrottel", die Kredite ohne Sicherheit vergeben. Der Formel-1-Kredit sei durch die Formel 1, Filmrechte und nachrangig durch die Beteiligung am Axel Springer Verlag besichert. Das übrige Kreditengagement der Landesbank sei genauso abgesichert, wie die Kredite aller anderen Banken auch. Er sei optimistisch, dass es in den nächsten Wochen zu einer Lösung für die Finanzkrise der KirchGruppe komme.

Die KirchGruppe ist insgesamt mit 6,5 Mrd. Euro verschuldet. Die halbstaatliche Landesbank hat Kirch nach eigenen Angaben insgesamt 1,9 Mrd. Euro geliehen und ist damit der mit Abstand größte Gläubiger. Den Milliardenkredit für die Formel 1 gab das Institut Anfang des vergangenen Jahres, als die privaten Kreditinstitute laut Finanzkreisen schon längst abgewunken hatten. Faltlhauser sitzt im Kreditausschuss und im Verwaltungsrat der BayernLB. In Medienberichten war immer wieder spekuliert worden, eine Schieflage der KirchGruppe könne auch Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber wegen des Landesbank-Engagements in Bedrängnis bringen.

Faltlhauser sagte, der Kreditausschuss des Verwaltungsrats habe den Krediten einstimmig zugestimmt. "Alle miteinander sind verantwortlich, und da bin ich auch mit dabei", sagte Faltlhauser. Er sei zuversichtlich, dass "die Rationalität aller Beteiligten zu Lösungen führen wird". Es laufe ein konstruktiver Prozess. Die Sanierungsexperten, die von der KirchGruppe eingesetzt wurden, hätten einen exzellenten Eindruck gemacht. Lange Zeit sei die KirchGruppe nicht voll transparent gewesen.

Die Staatsregierung sei natürlich an einem Fortbestand einer möglicherweise abgespeckten KirchGruppe interessiert, sagte Faltlhauser. Wenn Teile des Konzerns möglicherweise in ausländische Hand übergingen, sehe er darin kein Problem. "Ich würde die Investoren nicht auf Staatsgrenzen begrenzt sehen wollen."

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