Minister: Mehr Sensibilität erwartet
Israel bedauert Seligsprechung von Pius IX.

afp VATIKANSTADT. Israel hat die Seligsprechung von Pius IX. durch Papst Johannes Paul II. am Sonntag offiziell bedauert. Der für die jüdische Diaspora zuständige Minister Michael Melchior erklärte am Sonntag, in der jüdischen Welt könne die Seligsprechung so wirken, als akzeptiere die römisch-katholische Kirche die lange Praxis der Zwangskonversionen. Melchior spielte damit auf den Fall des Kindes Edgarado Mortara an, das unter dem Pontifikat von Pius IX. (1846 bis 1878) seiner Familie weggenommen und katholisch getauft worden war.

Der Minister betonte, er habe nicht die Absicht, sich in die Entscheidungen des Vatikans einzumischen. Er habe aber von Johannes Paul II., den er im März an der Klagemauer in Jerusalem empfangen habe, "mehr Sensibilität gegenüber den Gläubigen anderer Religionen erwartet". Der Papst hatte seinerzeit an der Klagemauer Gott um Vergebung für die den Juden zugefügten Leiden gebeten.

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