Minister stellt Studie vor
Neue-Markt-Firmen beschäftigen trotz Crash mehr Leute

Auch wenn die Flaute die einst als "Wachstumswerte" gefeierten Unternehmen stark getroffen hat - die Beschäftigung bei den Neue-Markt-Firmen nimmt zu, ergab eine Studie.

vwd BERLIN. Die Unternehmen des Neuen Marktes haben trotz der schlechten Börsenentwicklung im vergangenen Jahr einen Beschäftigungszuwachs zu verzeichnen. Das zeige, dass die überwiegende Zahl dieser Unternehmen unabhängig von der Kursentwicklung eine gute Entwicklung genommen habe, sagte Wirtschaftsminister Werner Müller am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung einer Studie über den Beschäftigungsbeitrag der am Neuen Markt gelisteten Unternehmen. Die Zahlen sprächen dafür, dass es sich trotz eines Kapitalverlustes von 90 Prozent um ein "stabiles Marktsegment" handele.

Zwar sei der Neue Markt inzwischen zum "Sorgenkind" geworden, doch dürfe er seine "wichtige Funktion zur Finanzierung von innovativen Wachstumsunternehmen nicht verlieren", sagte der Minister. Er begrüße die bisherigen Maßnahmen der Deutschen Börse als wichtigen Schritt, das Vertrauen der Anleger wiederherzustellen.

Die von Roland Berger Strategy Consultants, Hamburg, im Auftrage des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie erstellte Studie zeigt trotz der Trendwende an der Börse "umfangreiche positive Beschäftigungseffekte". Im Juli 2001 waren 186.207 Mitarbeiter in den 342 Unternehmen tätig, während es Ende März 2000 noch 93.210 Mitarbeiter in 239 Unternehmen waren. Bis Ende 2001 prognostiziert Roland Berger einen Rückgang des Beschäftigungsstandes auf 181.600 und rechnet damit, dass er dann bis Ende 2002 auf rund 200.000 ansteigt.

Die Studie geht von Konsolidierungstendenzen bei den Unternehmen aus. Zu erwarten seien Zukäufe und Zusammenschlüsse von Firmen sowie die Beteiligungen von Traditionsunternehmen. Die Abgrenzung zwischen Old und New Economy werde dabei zusehens schwinden. Es werde zu einer gründlichen Selektion der Geschäftsmodelle kommen. Die erfolgreichen Modelle würden von den Firmen der Old Economy übernommen. Das stärkste Wachstum gab es im vergangenen Jahr in den Bereichen Biotechnologie und Medizintechnik sowie Health Care. Überhaupt hätten sich beim Börsencrash die Firmen am besten gehalten, die nicht ihr Geschäftsfeld im Bereich Forschung und Entwicklung haben.

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