Ministerium hat 155 Millionen Dosen bestellt
USA: Pocken-Impfstoff für alle

Im Kampf gegen den Bioterrorismus lassen die USA riesige Mengen von Impfstoff gegen die Pocken herstellen. Das Gesundheitsministerium in Washington teilte am Mittwoch mit, es habe bei dem Unternehmen Acambis/Baxter 155 Millionen Dosen Impfstoff bestellt. Zusammen mit bereits verteilten Aufträgen soll der Vorrat an dem Pocken-Gegenmittel bis Ende 2002 damit auf 286 Millionen Dosen erhöht werden, wie Gesundheitsminister Tommy Thompson betonte.

afp WASHINGTON. Damit sei theoretisch genügend Impfstoff vorhanden, um jeden Amerikaner gegen die Pocken zu immunisieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass Pocken-Viren gezielt freigesetzt würden, sei zwar gering. Dennoch betehe ein gewisses Risiko, auf das die USA vorbereitet sein müssten, sagte Thompson. Durch den Ausbau des Impfstoffvorrats könne das Land offensiv vorgehen und im Ernstfall das Ausbreiten einer Epidemie verhindern.

Gleichzeitig hoffe Washington, durch diese Vorbereitungen mögliche Anschläge zu verhindern und Attentäter abzuschrecken, betonte Thompson. Bisher haben die USA einen Vorrat von 15,4 Millionen Dosen Pocken-Impfstoff, der aus dem Jahr 1983 stammt. Nach Behördenangaben ist das Mittel weiter wirksam. Der letzte Pocken-Fall in den Vereinigten Staaten datiert aus dem Jahr 1949. Weltweit wurde zuletzt 1977 in Somalia ein Fall der Krankheit registriert. 1980 erklärte die Weltgesundheitsorganisation WHO die Seuche für ausgerottet. Die USA stellten ihre routinemäßigen Impfungen gegen die Infektionskrankheit 1972 ein. In mehreren Labors weltweit werden noch Pocken-Viren aufbewahrt, um im Ernstfall rasch Gegenmittel herstellen zu können.

Acambis/Baxter will das Mittel in einer Fabrik in Europa zum Stückpreis von 2,76 Dollar (6 Mark/3,13 Euro) herstellen. Der Gesamtwert des Auftrags beläuft sich auf 428 Millionen Dollar (mehr als 940 Millionen Mark/470 Millionen Euro).

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