Ministerium will Auslieferung von Windows XP stoppen
Microsoft-Prozess soll beschleunigt werden

Das US-Justizministerium will den Kartellprozess gegen den Softwarekonzern Microsoft Corp. möglichst schnell weiterführen. Das Ministerium hat sich an ein Berufungsgericht in Washington, D.C., gewandt, um die Wiederaufnahme des Verfahrens zu beschleunigen.

ruk PALO ALTO. Falls das Gericht dem Antrag stattgibt, könnte der Prozess sofort weitergeführt werden. Anderenfalls ist das klageführende Justizministerium gezwungen, eine Frist von 52 Tagen zu respektieren, bevor das Verfahren wieder aufgenommen werden kann.

In einem weltweit beachteten Urteil hatte ein siebenköpfiges Berufungsgericht Ende Juni einstimmig entschieden, dass das Kartellverfahren gegen Microsoft an die erste Instanz zurückverwiesen werden soll. Der Richter im ersten Verfahren, Thomas Penfield Jackson, hatte die Zerschlagung des Konzerns aus Redmond/Washington verfügt - diese Strafe hob das Berufungsgericht auf. An Stelle von Jackson soll nun ein neuer Richter darüber befinden, ob und in welchem Umfang der Softwaregigant weiter Softwarepakete in sein Betriebssystem Windows integrieren darf und welche Strafmaßnahmen gegen Microsoft verhängt werden sollen. Den Vorwurf monopolistischer Praktiken hatte das Berufungsgericht in seinem Urteil bestätigt.

Nach der Ansicht von Prozessbeobachtern wie Andy Gavil, Professor an der Howard University Law School, versucht das US-Justizministerium mit seinem Schritt, eine einstweilige Verfügung gegen die Auslieferung der geplanten neuen Version des Betriebssystem Windows XP zu erreichen. Windows XP soll am 25. Oktober in die Läden kommen.

Ein vorläufige Verhinderung der Auslieferung von Windows XP hätte enorme Folgen für die seit Monaten schwächelnde Computerindustrie. Vor allem die Hersteller von Personalcomputern erhoffen sich von dem mit neuen Funktionen gespickten Betriebssystem eine Wiederbelebung des Marktes. Um eine Reihe der neuen Features nutzen zu können, sind leistungsfähigere PC nötig, deren Kauf noch in diesem Weihnachtsgeschäft erwartet wird.

Am Wochenende wurde zudem bekannt, dass Microsoft möglicherweise Vergleichsverhandllungen anstrebt. Wie das "Wall Street Journal" berichtete, sollen Vertreter des Softwarehauses Kontakt mit dem neuen Antitrust-Chef des Justizministeriums, Charles James, aufgenommen haben. Weder das Ministerium noch Microsoft wollten dazu Stellung nehmen.

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