Ministeriumssprecher: "Es ist sehr unüberschauber": Ausmaß und Folgen des Futtermittel-Skandals unklar

Ministeriumssprecher: "Es ist sehr unüberschauber"
Ausmaß und Folgen des Futtermittel-Skandals unklar

Im Skandal um das mit verbotenem Antibiotika belastete Futtermittel aus Cuxhaven werden Ausmaß und Folgen immer undurchsichtiger. Es seien weitere Betriebe im In- und Ausland bekannt geworden, an die das Produkt geliefert wurde, teilte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium am Donnerstag mit.

dpa HANNOVER. Unten den deutschen seien auch Händler, die ihrerseits die Produkte weiter verteilt hätten. "Das ist alles noch sehr unüberschaubar", sagte ein Ministeriumssprecher.

Ungeklärt ist auch die Frage des Umgangs mit den verunreinigten Produkten. "Wir befürchten, dass das Chloramphenicol auf Grund des Verdünnungseffektes nicht mehr nachgewiesen werden kann", sagte Rosinke. Was dann mit den Futtermittel geschehen soll, sei unklar.

"Wir können die Mittel zwar sicherstellen, aber wir können sie nicht einfach vernichten lassen", sagte Rosinke. Rein rechtlich bereite es größte Schwierigkeiten, wenn sich die Antibiotika nicht mehr nachweisen ließen. Die Frage sei auch, wie der weitere Umgang mit dem Fischmehl im Ausland zu regeln sei. Aus niedersächsischer Sicht bedürfe es dazu einer klaren Aussage der EU, sagte Rosinke.

Das Chloramphenicol, das über 27 Tonnen verseuchte Shrimps aus Asien in das Tierfutter gelangte, sei nur bis zu einer Grenze von 0,1 Mikrogramm je Kilogramm nachweisbar, sagte Rosinke. Bei der Verarbeitung zu Fischmehl in Cuxhaven sei es bereits hundertfach verdünnt worden. Von dem Fischmehl gelangten letztlich noch zwischen 10 und 20 % in das Endprodukt Tierfutter.

Endgültige Ergebnisse über die Konzentration der Antibiotika sollten noch im Laufe des Donnerstages feststehen. Staatliche Veterinäruntersuchungsämter prüften sowohl Proben des Fischmehls als auch des Futters. Laut Rosinke stand nicht fest, ob die Produkte tatsächlich bereits verfüttert wurden. Sollte sich dies herausstellen, würde auch das Blut der Tiere untersucht, sagte er.

Für die rund 1000 Tonnen Fischmehl seien bisher sieben Empfänger in Deutschland bekannt. Zudem seien Betriebe in Dänemark, Polen, Rumänien und den Niederlanden sowie Tschechien und Österreich beliefert worden.

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