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Ministerpräsident Göran Persson: Keine Werbung für Trollhättan

Schwedens Ministerpräsident Göran Persson hat bei einem Gespräch mit dem Europa-Chef des US-Konzerns General Motors (GM), Fritz Henderson, in Zürich die Zukunft der Autoproduktion in Europa erörtert.

dpa STOCKHOLM/ZÜRICH. Schwedens Ministerpräsident Göran Persson hat bei einem Gespräch mit dem Europa-Chef des US-Konzerns General Motors (GM), Fritz Henderson, in Zürich die Zukunft der Autoproduktion in Europa erörtert.

Der sozialdemokratische Politiker bestritt nach dem unter strenger Geheimhaltung durchgeführten Treffen, dass er dabei für die Ansiedlung der Produktion des Opel Vectra und der Saab-9er-Reihe im schwedischen Trollhättan geworben habe. Der angeschlagene GM-Konzern will die bisher in Trollhättan und dem Opel-Werk im hessischen Rüsselsheim angesiedelte Fertigung an einem der beiden Standorte zentralisieren.

Persson ließ nach dem Treffen über eine Sprecherin erklären, er habe von Henderson die Zusicherung erhalten, dass GM "bei den Strukturveränderungen in Europa objektiv entscheiden wird". Bei dem Gespräch habe man die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa erörtert und vom GM-Vertreter deren Sicht von Strukturproblemen der europäischen Autoindustrie erläutert bekommen.

Die örtlichen Managements von Saab und Opel müssen an diesem Sonntag in der Detroiter GM-Zentrale in direkter Konkurrenz miteinander ihre Pläne und Kostenberechnungen für die geplante Produktion von mindestens 300 000 Opel Vectra und Saab-Neuner pro Jahr vorlegen. Die Entscheidung des weltgrößten Autounternehmens soll Anfang nächstens Jahres fallen.

Bereits vor seinem Treffen mit Henderson hatte Persson ausgeschlossen, dass er die von seiner Regierung beschlossenen Strukturmaßnahmen für den Autostandort Trollhättan vorlegen werde. Er sagte: "Das würde ja nur so eine Art Wettbewerb mit den Deutschen auslösen."

Nach offiziell unbestätigten Medienberichten stellt Stockholm zwei Mrd. Kronen (220 Mill. Euro) für den Ausbau von Straßen- und Bahnverbindungen, die Ansiedlung von autobezogener Forschung und die vom Arbeitsamt garantierte Bereitstellung benötigter Fachkräfte zur Verfügung, wenn Trollhättan von GM den Zuschlag bekommt. Das Saab-Management will in Detroit die Umstellung von zwei Schichten auf kontinuierlichen Dreischicht-Betrieb und verstärkt befristete Einstellungen anbieten.

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