Ministerpräsident sieht Arbeit der Regierung behindert - Wieder Gefechte um Tetovo
Vorgezogene Parlamentswahl in Mazedonien vorgeschlagen

Zur Überwindung der politischen Krise in Mazedonien hat Ministerpräsident Ljubco Georgievski eine vorgezogene Parlamentswahl vorgeschlagen. "Die Regierung funktioniert kaum", sagte Georgievski in einem Fernsehinterview am Sonntagabend. "Wir kommen wegen täglicher Streitereien kaum mit unserer Arbeit voran." Er befürworte eine Parlamentswahl bereits im September.

ap SKOPJE. Unterdessen kam es am Montag in der Nähe der Stadt Tetovo erneut zu Gefechten zwischen Regierungssoldaten und albanischen Extremisten.

Die kürzliche Bildung einer Großen Koalition albanischer und slawischer Parteien bezeichnete Georgievski als möglichen Fehler. Den nationalistischen Albanern warf er vor, ihren im Februar begonnenen bewaffneten Kampf seit mindestens 15 Jahren geplant zu haben. Verhandlungen sind nach seiner Ansicht "nur nach einer militärischen Lösung" möglich - einem Sieg über die Rebellen. Die albanischen Parteien in der Regierungskoalition reagierten zunächst nicht auf den Vorschlag.

Vertreter albanischer Parteien trafen unterdessen mit Staatspräsident Boris Trajkovski zusammen, um über eine bessere Vertretung von Albanern in den Staatsorganen zu sprechen. Die albanischen Parteien fordern einen gleichberechtigten Status mit der slawischen Mehrheit. Slawische Parteien haben die Möglichkeit von Verfassungsänderungen nicht ausgeschlossen, aber erst nach dem Ende der Kämpfe im Norden des Landes. Verhandlungen mit den militanten Albanern lehnen sie ab. Die slawischen Parteien sind außerdem bereit, den extremistischen Kämpfern eine Amnestie anzubieten.

KFOR will Truppen aufstocken

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, Gjorgji Trendafilov, erklärte am Montag, kurz nach Mitternacht hätten die Rebellen Stellungen von Armee und Polizei vor den Toren Tetovos angegriffen. Die Sicherheitskräfte hätten das Feuer erwidert; auf Regierungsseite habe es keine Toten oder Verletzten gegeben. Die mazedonischen Streitkräfte hatten am Sonntag Stellungen der Extremisten in den Ortschaften Matejce und Slupcane angegriffen. Militärvertreter sagten im mazedonischen Fernsehen, die Truppen hätten ihr gesamtes Waffenarsenal eingesetzt, um auf Rebellenangriffe im Norden des Landes zu reagieren.

In der benachbarten jugoslawischen Provinz Kosovo erklärte die KFOR, sie wolle die Truppen an der Grenze zu Mazedonien aufstocken. "Wir werden die Grenzregion mit hochmobilen Truppen verstärken", sagte KFOR-Sprecher Roy Brown. Diese Entscheidung solle zu einem Ende der Kämpfe in Mazedonien beitragen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR erklärte, seit Beginn der Kämpfe im Februar seien bis zu 40 000 Menschen aus ihrer Heimat vertrieben worden. UNHCR-Sprecherin Astrid van Genderen sagte, mehr als 20 000 hätten im Kosovo Zuflucht gesucht.

Unterdessen traf der jugoslawische Verteidigungsminister Slobodan Krapovic am Montag in Skopje ein. Er wollte mit der Regierung dort über eine verbesserte Zusammenarbeit beider Länder sprechen.

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