Ministerpräsident zufrieden mit Militäroperation
Mazedonische Armee startet Großoffensive gegen Rebellen

Mit einer Großoffensive ist die mazedonische Armee am Sonntag gegen die albanischen Separatisten vorgegangen. Ministerpräsident Ljubco Georgievski zeigte sich zufrieden mit der Militäroperation und versicherte, der Vorstoß zur Vertreibung der Terroristen verlaufe erfolgreich. Wichtige Stellungen der Rebellen seien bereits erobert worden. Zu heftigen Feuergefechten kam es nahe der Ortschaft Gajre, wo die Streitkräfte Straßensperren durchbrachen und die Rebellen offenbar zum Rückzug zwangen.

ap TETOVO. In Gajre standen am Sonntagnachmittag Häuser und Fahrzeuge in Flammen, Soldaten sprengten Gebäude, in denen sie Rebellen vermuteten. Albanische Dorfbewohner beschuldigten die Streitkräfte, die Häuser von Zivilisten zu zerstören. Der nationale Sicherheitsberater Nikola Dimitrov wies diesen Vorwurf zurück und sagte, die Regierungstruppen würden alles tun, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Nach dem Ende der Kämpfe formierten sich die Truppen neu und errichteten Stellungen mit Blick auf Llavce, einem Dorf unter Kontrolle der Rebellen nördlich von Gajre.

Das staatliche Fernsehen berichtete, die mazedonischen Truppen hätten außerdem Tetovo-Kale von den Rebellen zurückerobert. Georgievski erklärte, bei der Militäroperation sei kein Soldat getötet worden. Ein Regierungssprecher sagte, zwei Soldaten, ein Polizist und vier Zivilisten seien leicht verletzt worden. Sicherheitsberater Dimitrov kündigte ein Treffen zwischen dem Präsident Boris Trajkovski und dem Anführer der größten albanischen Partei, Arben Xhaferi, am Abend an.

Der Offensive waren am Morgen ein Sperrfeuer der Streitkräfte in den Hügeln um Tetovo vorangegangen. Ein Konvoi von Schützenpanzern fuhr gegen 06.00 Uhr durch die Straßen von Tetovo und dann in Richtung des vier Kilometer entfernten Gajre. Drei Panzer fuhren später durch die Innenstadt und wurden von den Einwohnern mit Jubel begrüßt. Ein ARD-Fernsehteam beobachtete nach einem Bericht der Tagesschau, wie eine mazedonische Spezialeinheit einen ihrer eigenen Männer erschoss. Dies sei aus Versehen geschehen, hätten die Polizisten versichert.

Roberson und Solana unterstützen Regierung

NATO-Generalsekretär George Robertson und der EU-Beauftragte für die Außen- und Sicherheitspolitik, Javier Solana, wollten am Montag zu politischen Gesprächen nach Mazedonien reisen. Solanas Sprecherin Cristina Gallgach sagte, beide wollten dort der mazedonischen Regierung ihre Unterstützung aussprechen, sie aber auch zur Mäßigung und Zurückhaltung auffordern. Auf der Agenda standen Gespräche mit Präsident Trajkovski und Vertretern der albanischen Minderheit.

Unterdessen rückten am Sonntag Einheiten der jugoslawischen Armee in zwei weitere Abschnitte der Pufferzone zum Kosovo ein. Die Einsatztruppe aus Polizei- und Armee-Einheiten wurde entlang der Grenzlinie zu Mazedonien und Serbien stationiert und kontrolliert damit den größten Teil der vormals entmilitarisierten Zone.

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