Minus 0,8 Prozent
Einzelhandelsumsätze im April gesunken

Der deutsche Einzelhandel hat im April weniger als vor Jahresfrist umgesetzt und verzeichnete auch zum März einen Umsatzrückgang.

Reuters WIESBADEN. Nach Herausrechnen von saisonalen Einflüssen und Inflation seien die Umsätze real um 2,4 Prozent zum März gesunken, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Obwohl es im April zwei Verkaufstage mehr als vor einem Jahr gab, ergab sich im Jahresabstand noch ein reales Minus von 1,9 Prozent.

Analysten führten die Umsatzrückgänge auf das diesmal schon im März statt gefundene Oster-Geschäft zurück. Sie rechnen allerdings auch in den nächsten Monaten mit einer weiter schwachen Absatzentwicklung im Einzelhandel, der rund ein Drittel der privaten Nachfrage ausmacht. Die Volkswirte hatten zum Vormonat einen Rückgang von real 0,6 Prozent und zum Vorjahresmonat sogar einen Anstieg von 1,7 Prozent erwartet.

In jeweiligen Preisen lag das Minus zum Vormonat bei 2,3 Prozent. Im März wurde noch ein Anstieg zum Februar von real 0,7 und nominal 0,9 Prozent festgestellt. Im Vergleich zum April 2001 ergab sich ein Rückgang von nominal 0,8 (März-3,4) Prozent.

Analysten rechnen nicht mit einer baldigen Besserung der Einzelhandelskonjunktur. "Die April-Zahlen sehen etwas schlechter aus als sie eigentlich sind, denn das Ostergeschäft lag dieses Jahr schon im März", sagte Ralph Solveen von der Commerzbank. Auch die zwei zusätzlichen Verkaufstage im April zum Vorjahr hätten diesen Effekt nicht wettmachen können.

"Insgesamt ist die Tendenz aber weiter schwach. Man kann sagen, der Anstieg zum Vormonat im März war eine Ausnahme - wiederum bedingt durch den Oster-Sondereffekt." Im Einzelhandel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren wurde nominal 0,4 Prozent mehr, real dagegen 1,4 Prozent weniger als im April 2001 umgesetzt. Im Einzelhandel mit Nicht-Nahrungsmitteln wie etwa den Gebrauchs- und Verbrauchsgütern wurde sowohl nominal (-1,6 Prozent) als auch real (-2,3 Prozent) weniger umgesetzt als im Vorjahresmonat.

Nach den Bundesbankdaten - die im Gegensatz zu den Zahlen vom Statistikamt auch die Umsätze mit Kraftfahrzeugen und Tankstellen berücksichtigen - ergibt sich ein monatlicher Anstieg um 1,5 Prozent und ein Rückgang um 2,2 Prozent zum April 2001.

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