Minus 4,3 Millionen Euro
Jenoptik rutscht in die Verlustzone

Der Technologiekonzern Jenoptik hält trotz eines Verlustes im ersten Quartal 2002 an seinen bisherigen Geschäftszielen für das Gesamtjahr im Wesentlichen fest.

Reuters JENA. Mit 7,6 Millionen Euro rutschte der Konzern im ersten Quartal tief in die Verlustzone ab, wie er am Dienstag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte Jenoptik noch beeinflusst durch mehrere Sonderfaktoren einen Gewinn von 39,9 Millionen Euro erzielt. Der Umsatz wies mit 253 Millionen Euro im Quartal einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr von 11,8 Prozent auf. Weiterhin gehe Jenoptik aber davon aus, 2002 in etwa die Umsatzgröße des Vorjahres und einen leicht darunter liegenden Gewinn erzielen zu können.

Auf der Bilanzpressekonferenz Mitte April hatte der Vorstand allerdings noch erklärt, unter optimalen Bedingungen sei 2002 sogar wieder das Ergebnis des Vorjahres erreichbar. Der Jenoptik-Konzern hatte 2001 einen Umsatz von zwei Milliarden Euro und einen Überschuss von 88,3 Millionen Euro ausgewiesen.

Den kräftigen Umsatzsprung im ersten Quartal verdankt das Unternehmen nach eigenen Angaben ausschließlich der positiven Entwicklung im Bereich "Clean Systems", dem Bereich zum Bau von Anlagen zur Halbleiterherstellung. Obwohl Jenoptik in diesem Segment zuletzt Auftragsvolumina im Milliardenbereich abgearbeitet habe, liege der Auftragsbestand mit rund zwei Milliarden Euro im ersten Quartal nur um acht Prozent unter dem Wert des Vorjahresquartals, hieß es. Der Auftragseingang sei allerdings in den ersten drei Monaten 2002 mit 549,9 Millionen Euro um 9,5 Prozent geringer als im Vorjahr ausgefallen.

Bei den Ertragszahlen musste der Konzern im ersten Quartal einen massiven Einbruch verzeichnen. Allerdings wies das Vergleichsquartal des Vorjahres ungewöhnlich hohe Erträge wegen einer Reihe von Sondervorgängen im Beteiligungsbereich auf. Das Betriebsergebnis lag für den Zeitraum von Januar bis März 2002 mit 4,3 Millionen Euro im Minus nach einem Plus von 48,1 Millionen Euro im Vergleichsquartal 2001. Entsprechend brach das Konzernergebnis im Quartal auf minus 7,6 Millionen Euro ein nach plus 39,9 Millionen Euro im Vorjahr.

Im größten Unternehmensbereich "Clean Systems" verzeichnete Jenoptik im ersten Quartal ein Minus beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 9,6 (Vorjahr minus 9,8) Millionen Euro. Diese Entwicklung im ersten Quartal sei "branchenüblich" durch Abrechnungstermine bedingt, hieß es. Der Bereich Photonics lag beim Ebit mit 5,1 (Vorjahr 5,5) Millionen Euro etwas schlechter. Der dritte Bereich Vermögensverwaltung (Asset Management) lag ebenfalls im Minus mit 1,4 Millionen Euro.

An seinen angepeilten Umsatz- und Ergebniswerten hält Jenoptik trotz des Quartalsverlustes fest. Voraussetzung sei allerdings, dass alle geplanten Projekte frist- und kalkulationsgerecht zum Jahresende abgerechnet werden können, hieß es. Dabei würden die Aufträge aus dem Bereich "Clean Systems" wegen des harten Preiswettkampfes auf diesem Markt geringere Margen aufweisen.

Mitte April hatte der Jahresausblick des Vorstands noch eine Spur optimistischer ausgesehen. Allerdings hatte der 2003 aus dem Amt scheidende Firmenchef Lothar Späth erklärt, er werde sich "nicht aus dem Fenster stürzen", wenn der Nettogewinn etwas schwächer als 2001 ausfallen sollte. Nach zwei starken Wachstumsjahren werde der Konzern 2002 eine Wachstumspause einlegen. Späth, der in einer unionsgeführten Regierung unter Kanzlerkandidat Edmund Stoiber Wirtschaftsminister werden soll, wird an der Konzernspitze im nächsten Jahr von Finanzchef Alexander von Witzleben abgelöst.

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