Minus von 14 Prozent
ABB: Furcht vor Aktien-Verkäufen

Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB sind am Montag im frühen Handel wegen Befürchtungen um Aktien-Verkäufe durch die BZ Gruppe kräftig unter Druck geraten.

Reuters ZÜRICH. Sie starteten rund 4 % tiefer mit 6,64 sfr und schwächten sich dann weiter ab auf 5,93 sfr, was zum Schlusskurs vom Freitag ein Minus von 14 % darstellt.

Händler sagten, die Aktie leide darunter, dass die BZ Gruppe um Martin Ebner auch nach dem Verkauf ihrer Visionen- Beteiligunsgesellschaften an die Zürcher Kantonalbank (ZKB) weiter mit rund 10 % an ABB beteiligt sei. Da die BZ Gruppe aber hohe Schulden habe, könnte sie gezwungen sein, sich von ihren Beteiligungen zumindest teilweise zu trennen.

"So lange man nicht weiss, was die BZ Gruppe mit ihren Beteiligungen vorhat, werden die Titel unter Druck stehen", sagte ein Händler. Die BZ Gruppe, die in der vergangenen Woche ihre vier Visionen an die ZKB verkauft hatte, hält Direktengagements noch in ABB , CS Group , Baloise und Lonza.

In der Sonntagspresse hiess es, die BZ Gruppe habe Schulden in Milliarden-Höhe. Acht Banken hätten der Gruppe allerdings einen Zahlungsaufschub in der Höhe von rund drei Milliarden sfr für ein Jahr gewährt. Dies liessen Bankkreise gegenüber Reuters durchblicken. "Für Hedgefunds ist das Ganze ein gemachtes Spiel. Diese gehen davon aus, dass Ebner früher oder später verkaufen muss und daher gehen sie Leerpositionen ein", sagte ein Händler.

Unter zusätzlichem Druck dürften ABB auch deshalb stehen, weil die geplanten Beteiligungsveräusserungen gemäss Marktgerüchten nicht wie geplant vollzogen werden könnten und daher der Konzern weitere Mittel brauche, um die angespannte Finanzlage zu verbessern, hiess es bereits am Freitag im Markt.

Bei ABB hiess es auf Anfrage von Reuters, die Verhandlungen liefen wie geplant. Es gebe mehrere mögliche Käufer des Bereichs "Structured Finance". "Unser Plan ist es, die Einheit noch in diesem Quartal zu verkaufen", sagte ein Sprecher. ABB müsse nicht mit Banken über zusätzliche Finanzierungen sprechen, wie dies die britische Wochenendpresse spekuliert habe.

ABB

will die Verschuldung, die sich per Ende Juni auf 5,2 Milliarden Dollar belief, um 1,5 Mrd. Dollar in 2002 reduzieren.

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