Minus von 45% beim Reingewinn
Julius Bär verdient deutlich weniger

Die maßgeblichen Kennziffern für das Geschäft im ersten Halbjahr lösten bei der schweizer Holding keine Freudensprünge aus. Kostensenkungen von 80 Mill. sfr jährlich sollen nun wieder zu einem besseren Ergebnis führen.

rtr ZüRICH. Die Julius Bär Holding will mit Kostensenkungen von mindestens 80 Mill. sfr jährlich auf den Gewinneinbruch im ersten Halbjahr 2001 reagieren. Wie Julius Bär am Freitag weiter mitteilte, sank der Reingewinn um 45 % auf 138 (Vorjahr 249) Millionen. Die verwalteten Vermögen betrugen am 30. Juni 2001 141 Mrd. sfr und lagen damit um 1 Prozent unter dem Jahresendwert 2000. Das Projekt einer Online-Plattform werde bis auf weiteres nicht weiter geführt.

Das Halbjahresergebnis liegt unter den Erwartungen der Analysten, die im Durchschnitt einen Halbjahresgewinn von 153 Mill. sfr erwartet hatten. Für die verwalteten Vermögen war ein Wert von 142 Mrd. sfr geschätzt worden. Die Erfolgsrechnung wurde weiteren Angaben zufolge von einmaligen Aufwendungen für den Bezug eines neuen Bürogebäudes in Zürich und den Aufbau eine Brokerage-Standortes in Stockholm belastet. Zudem hätten Wertberichtigungen in Höhe von 27 Mill. sfr auf Positionen im Private-Equity-Bereich bei der Julius Bär Kapitalanlage Frankfurt das Ergebnis gedrückt. Ohne diese Faktoren hätte der Reingewinn im ersten Halbjahr 165 Mill. sfr betragen, hiess es.

Der Betriebsertrag verringerte sich um 15 % auf 755 (886) Mill. sfr. Am deutlichsten fiel der Rückgang beim umsatzabhängigen Kommissionsertrag aus, der um 35 % auf 198 Mill. sfr schrumpfte. Die wertabhängigen Kommissionen übertrafen mit 440 Mill. sfr das Vorjahresergebnis leicht. Insgesamt sank der Erfolg aus dem Kommissionsgeschäft um 16 % auf 568 Mill. sfr.

Deutlich rückläufig war auch der Erfolg aus dem Handelsgeschäft, der um 42 % auf 64 (110) Mill. sfr sank. Der Erfolg aus dem Zinsgeschäft nahm um 5 Prozent auf 95 (91) Mill. sfr zu.

Der Geschäftsaufwand stieg im ersten Semester im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 6,5 % auf 504 (473) Mill. sfr. Dabei konnte der Personalaufwand trotz einer gestiegenen Mitarbeiterzahl um vier Prozent reduziert werden. Grund für diesen Rückgang waren die gesunkenen ergebnisorientierten Bonuszahlungen, hiess es weiter.

Kostensenkungen plane das Unternehmen vor allem in nicht- frontbezogenen Bereichen. Hier soll der Aufwand innert Jahresfrist um 35 Mill. sfr gesenkt werden. Zusammen mit weiteren Massnahmen und der Nicht-Realisierung des Online-Projekts will die Bank jährlich 80 Mill. sfr sparen.

Bär-Aktien verloren im frühen Handel 1 Prozent auf 5690 sfr in einem gehaltenen Gesamtmarkt. Im Markt hiess es, das unter den Erwartungen liegende Resultat sei bereits im Kurs eskomptiert. Die Aktien erreichten Anfang Januar ein Hoch von 8940 sfr und notierten Ende Juli mit 5550 sfr auf einem Tiefststand.

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