Minus von sechs Prozent
Vierter T-Online-Manager geht - Aktie auf Jahrestief

Das Personalkarussell bei dem Internet-Anbieter T-Online AG dreht sich weiter. Wie die Muttergesellschaft Deutsche Telekom am Freitag in Bonn mitteilte, verlässt der bisher für Vertrieb und Service zuständige Vorstand Bernd Reichert-Berg das Unternehmen.

Reuters BONN. Gründe für das Ausscheiden wie auch einen Nachfolger wollte die Telekom auch auf Anfrage nicht nennen. Zugleich sei das neue Vorstandsressort Recht und Personal geschaffen worden, für das die 48-jährige Veronika Altmeyer die Verantwortung übernehme. Analysten sprachen von einer Führungskrise bei dem Internetanbieter. Die am Neuen Markt notierten T-Online-Aktien rutschten auf ein neues Jahrestief bei 19,50 Euro.





 T-Online intraday





Altmeyer sei derzeit Arbeitsdirektorin bei der Telekom-Tochter T-Nova und in dieser Funktion verantwortlich für die Bereiche Personal, Recht und Organisation, teilte die Telekom weiter mit. Seit August sind einschließlich des zurückgetretenen Vorstandschefs Wolfgang Keuntje nunmehr vier Vorstände aus dem Internetunternehmen ausgeschieden. Die Funktion des Vorstandschefs wird nach wie vor kommissarisch von Detlev Buchal, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom für Produktmarketing, ausgefüllt. Einen Termin für die Neubesetzung des T-Online-Chefpostens wollte Telekom-Chef Ron Sommer Anfang der Woche nicht nennen. Die Ressorts Produktmarketing und Finanzen sind hingegen mit Burkhard Grassmann und Rainer Beaujean neu besetzt worden.

"Suche nach geeignetem Nachfolger wird immer schwieriger"

Für DG Bank-Analyst Rainer Raschdorf kommt das erneute Stühlerücken bei T-Online nicht überraschend. Das eigentliche Problem des Unternehmens liege darin, dass nach wie vor die Position des Vorstandschefs nicht neu besetzt worden sei. "An der Spitze ist eine Vakanz da, das weitet sich langsam zur Krise aus", sagte Raschdorf. Ein anderer Analyst bezeichnete das Ausscheiden Reichert-Bergs als "Fortsetzung der Führungskrise". Kurzfristig werde es zu keiner Besserung kommen, da auch die Suche nach geeigneten Nachfolgern immer schwieriger werde. "Das wirft überhaupt kein gutes Licht auf die Führung von T-Online", sagte der Experte. Entsprechend werde das an den Märkten mit neuen Aktien-Tiefstständen gewürdigt. Das Zahlenwerk von T-Online mache es offensichtlich, wie drigend der Bedarf sei, attraktive Inhalte zu bekommen, sagte der Analyst weiter. Da sei Eile geboten, die durch die Führungskrise blockiert werde.

Die T-Online-Aktien hatten sich bis zum Nachmittag von ihrem neuem Jahrestief wieder etwas gelöst und bei 19,85 Euro notiert. Gegenüber dem Schlussstand vom Vortag bedeute dies ein Abschlag von sechs Prozent. Händler führten dies auf die am Mittwoch veröffentlichten enttäuschende Geschäftszahlen zurück. T-Online hatte am Mittwoch für die ersten neun Monate 2000 eine 84,46 % höheren Umsatz von 542,6 Mill. Euro bekannt gegeben. Das Vorsteuerergebnis vor Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) habe bei minus 14,4 Mill. Euro gelegen nach einem Gewinn von 14,2 Mill. Euro im Vorjahr.

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