Minuswert für den Kanzler
SPD ist nach Wahldesaster auf Rekordtief

Die Talfahrt von Bundeskanzler Gerhard Schröder und seiner SPD geht in den Meinungsumfragen ungebremst weiter. Dem ZDF - Politbarometer zufolge sind die Sozialdemokraten nach ihrer Niederlage bei den Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen in der politischen Stimmung auf ein Rekordtief gefallen

HB/dpa MAINZ. Nach den am Freitag veröffentlichten Zahlen sprechen sich nur noch 22 % der Wähler für die SPD aus, drei Punkte weniger als vor zwei Wochen - und damit so wenig wie noch nie seit Beginn des Politbarometers 1977. Auch in der Rangliste der wichtigsten Politiker verlor Schröder erneut an Boden.

In der politischen Stimmung legt die Union nach der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF leicht (+2) auf 58 % zu. Die Grünen bleiben bei 10 %, die FDP steigt um 2 Punkte auf 6 %, die PDS bleibt bei 3 %.

Wenn am nächsten Sonntag tatsächlich Bundestagswahl wäre, dann würde es wegen längerfristiger Überzeugungen und Bindungen an die Parteien nach Ansicht der Meinungsforscher zu einem etwas anderen Ergebnis kommen. Das Resultat der so genannten Projektion: SPD 30 % (-1), Grüne 9 % (unverändert), CDU/CSU 48 % (+1), FDP Prozent 6 (+1), PDS 4 % (unverändert) und andere Parteien 3 % (-1). Eine Koalition von Union und FDP hätte damit eine klare Mehrheit von 54 %. Beim Scheitern der PDS an der Fünf-Prozent- Hürde hätten CDU/CSU allein schon die absolute Mehrheit der Mandate.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt das Meinungsforschungsinstitut Emnid in seiner Sonntagsfrage für den Nachrichtensender n-tv: Demnach bleibt die Union bei 48 %. Die SPD sackt im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf 29 %. Unverändert schneiden Grüne (10 %), FDP (6) und PDS (4) ab.

Den Trend bestätigt auch eine dimap-Umfrage für den Mitteldeutschen Rundfunk. Die SPD verliert im Vergleich zur Vorwoche zwei Punkte und rutscht auf nur noch 28 %. Im Osten büßt die SPD sogar fünf Punkte ein und kommt auf 26 %. Die Union kann ihr Ergebnis bundesweit um zwei Punkte auf 49 % verbessern. Die Grünen legen um einen Punkt auf 11 % zu. Die FDP rutscht von 7 auf 6 %. Die PDS stagniert seit Wochen bei 3 %.

Die zehn wichtigsten Politiker verlieren dem ZDF-Politbarometer zufolge im Februar fast alle in der Beurteilung von Leistung und Sympathie, besonders stark aber der Bundeskanzler. Außenminister Joschka Fischer führt nach wie vor die Liste an: 1,9, wie im Januar. Auf Platz 2 steht - mit leichtem Verlust - CDU-Chefin Angela Merkel 1,1 (Januar 1,3), gefolgt von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement mit 0,8 (Januar 0,9). Erst auf Platz neun folgt Schröder mit-0,5 (Januar 0,0). Das ist sein bisher schlechtester Wert in der Politikerbewertung.

Für das Politbarometer befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen in der Zeit vom 3. bis 6. Februar 1308 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. Die Fehlertoleranz bei den großen Parteien beträgt 2,7 %punkte, bei den kleineren rund 1,4 Punkte. Emnid fragte zwischen dem 31. Januar und dem 3. Februar 1301 Bürger, dimap am 4. und 5. Februar 1000 Bürger.

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