Misserfolge zum Auftakt der Offensive
USA setzen Druckbombe gegen El Kaida ein

Die USA und ihre Verbündeten haben am Wochenende im Osten Afghanistans die größte gemeinsame Offensive gegen die Taliban und El Kaida gestartet, die sich nach US-Angaben in Höhlen und Bunkern verschanzt haben. Am Samstag fielen zwei afghanische Soldaten und ein amerikanischer Soldat.

rtr WASHINGTON. Dies sei der größte Einsatz der Koalitionstruppen, hieß es in den US-Militärkreisen über die Offensive, bei der auch am Sonntag wieder amerikanische Langstreckenbomber des Typs B-52 im Einsatz waren. Hunderte afghanische Soldaten mit US-Bodentruppen und anderen Verbündeten rücken seit Freitagabend in der Provinz Paktia gegen bis zu 5000 Gegner vor.

Bis Samstag seien zwei afghanische Soldaten und ein amerikanischer Soldat gefallen, teilte das zuständige US-Militärkommando in Tampa im Bundesstaat Florida mit.

Präsident George W. Bush, der das Wochenende auf dem Präsidenten-Landsitz Camp David verbrachte, sei von der nationalen Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice über den Tod des US-Soldaten informiert worden, sagte eine Sprecherin des Präsidialamtes. Bush verfolge von dort aus die Lage.

Neuentwickelte Bombe lässt Gegener ersticken

Aus US-Militärkreisen verlautete, zwei neu entwickelte 907 Kilogramm schwere Druckbomben seien in Höhlen gelenkt worden, wo sich El Kaida und Taliban-Kämpfer versteckt halten sollen. Diese selten eingesetzten Bomben sind den Angaben zufolge mit einer besonderen explosiven Mischung gefüllt, die sehr hohen Druck erzeugt. Dadurch werde die Luft aus der Höhle getrieben, so dass die Menschen darin erstickten. Die Bomben seien sehr treffsicher, da sie mit Lasertechnik in die Höhlenöffnungen gelenkt werden könnten.

In die Provinzhauptstadt Gardes zurückgekehrte Soldaten berichteten am Samstag von Misserfolgen zum Auftakt der Offensive. Die afghanischen Truppen seien von mehreren Tausend El Kaida und Taliban-Kämpfern zurückgetrieben worden. Nahe Gardes sagten afghanische Soldaten, möglicherweise seien einige ihrer Einheiten bei den Kämpfen etwa 30 Kilometer östlich von Gardes von dem Rest der Truppe abgeschnitten oder eingeschlossen worden. "Manche denken, es sind 3000, die gegen uns kämpfen. Andere denken 5000", sagte ein Soldat. Den Soldaten zufolge sind die eigenen Kräfte nur etwa tausend Mann stark, einschließlich der 60 US-Soldaten.

Die anderen Verbündeten, die sich am Einsatz beteiligen, wurden nicht identifiziert. Bekannt ist, dass Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Australien und Kanada Elitesoldaten nach Afghanistan geschickt haben, um den USA bei ihrem Feldzug gegen den internationalen Terrorismus zu helfen.

El-Kaida-Chef Osama bin Laden wird für den Tod von 3100 Menschen bei den Anschlägen des 11. September in den USA verantwortlich gemacht. Die Taliban, die bis Ende 2001 große Teile Afghanistans fünf Jahre lang beherrschten, hatten der Kaida Gastrecht gewährt. Die Kämpfe im Osten Afghanistan sind möglichwerweise die letzte große Auseinandersetzung des Afghanistan-Feldzuges.

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