Mission des US-Geheimdienstes CIA in Afghanistan: Krieg auf eigene Rechnung

Mission des US-Geheimdienstes CIA in Afghanistan
Krieg auf eigene Rechnung

Lange Zeit operierte der US-Geheimdienst CIA in Afghanistan im Verborgenen, diese Woche lobte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld die Agenten öffentlich. "Sie haben verdammt gute Ergebnisse vorzuweisen", sagte der Minister.

ap WASHINGTON. Seit dem 11. September operiert die CIA in Afghanistan auch im Licht der Öffentlichkeit und versucht, Osama bin Ladens Terrornetzwerk El Kaida zu zerschlagen. Seit Kriegsbeginn am 7. Oktober stehen dem Geheimdienst dafür auch Luftwaffe und Truppen zur Verfügung.

Der Kommandeur der US-Truppen in Afghanistan, General Tommy Franks, kann keinen Einspruch gegen die Militäroperationen der CIA einlegen, wird aber vorher konsultiert. Franks entwarf den Schlachtplan für den Afghanistan-Feldzug, die CIA-Agenten waren jedoch schon vor den ersten Soldaten dort.

Auf Order des US-Präsidenten sucht die CIA seit Jahren nach Bin Laden. CIA-Direktor George Tenet erklärte, man befinde sich seit 1997 im Krieg gegen El Kaida. Der Geheimdienst ist den Streitkräften nicht nur bei der Suche behilflich, sondern tötet auch auf eigene Rechnung.

CIA-Agenten bedienen per Fernsteuerung mit Raketen bestückte Drohnen vom Typ "Predator" – eine davon tötete drei Personen, die im Verdacht standen, Bin-Laden-Gefolgsleute zu sein. Einheimische kritisierten, bei dem Angriff am 4. Februar seien Zivilisten getötet worden.

Pentagon-Vertreter erklären, dass der Geheimdienst die Befugnis für eigene Operationen hat, betonen aber, dass Militärs und Geheimdienstagenten zusammenarbeiten. Allerdings berichte der Geheimdienst der Armee nicht immer, was er vorhabe, räumte Rumsfeld ein. Die Beziehungen sind seinen Worten zufolge "so gut wie immer".

Konteradmiral John Stufflebeem erklärte, es gebe Fälle, in denen der Geheimdienst "seine eigene Sache" mache. Der erste Amerikaner, der bei Kampfhandlungen in Afghanistan ums Leben kam, war dann auch ein CIA-Agent. Johnny Spann wurde am 25. November bei einem Gefangenenaufstand in Masar-i-Scharif beim Verhör von Häftlingen getötet.

Dies war nicht der einzige lebensgefährliche Einsatz. Im Süden Afghanistans koordinierte die CIA die Anti-Taliban-Einheiten, rüstete Stammesfürsten mit Waffen aus und trainierte sie für den Kampf. Bob Graham, Vorsitzender des Geheimdienstausschusses des Senats, sagt, die Erfahrungen der CIA seit dem Kampf gegen die sowjetischen Besatzer in den 80er Jahren seien der Schlüssel zur Entwicklung der Kriegsstrategie gewesen. "Es ist nicht unwichtig, dass die ersten Amerikaner auf afghanischem Boden CIA-Agenten waren", sagt Graham.

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