Mit 230 Stundenkilometern
Hurrikan "Lili" rast auf US-Küste zu

Tausende von Bewohnern bringen sich in Sicherheit. Auch wenn sich der Wirbelsturm abgeschwächt hat, ist er immer noch gefährlich.

rtr HOUSTON. Mit Windgeschwindigkeiten von zeitweise rund 230 Stundenkilometern hat sich der Hurrikan "Lili" am Donnerstag auf die US-Küste zu bewegt. Tausende von Menschen in den US-Bundesstaaten Louisiana und Texas wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht.

Nach Angaben des Nationales Hurrikan-Zentrums in Miami im Bundesstaat Florida erreichte der Wirbelsturm die Stärke vier auf der fünf Stufen umfassenden Saffir-Simpson-Skala. Zwar habe er sich am Morgen etwas abgeschwächt, sei aber immer noch gefährlich. Die erwartete Flutwelle könne bis zu 40 Kilometer ins Landesinnere reichen. Es wird befürchtet, dass "Lili" ähnliche Verwüstungen wie vor rund 45 Jahren "Audrey" anrichten könnte, bei dem hunderte von Menschen getötet worden waren.

Rund 750 000 Menschen entlang der Küste wurde aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Die Autobahnen ins Landesinnere waren verstopft, in den betroffenen Ortschaften haben die Menschen ihre Häuser und Geschäfte verbarrikadiert. Das Hurrikan-Zentrum hatte den Menschen empfohlen, bis Donnerstag die Vorbereitungen abzuschließen. In New Orleans erreichten die Sturmausläufer bereits Windstärken von 55 Stundenkilometern, obwohl die Stadt außerhalb der eigentlichen Gefahrenzone liegt. Außerhalb des Hurrikan-Auges erreichten die Winde, die zudem von heftigen Regenfällen begleitet waren, immer noch Geschwindigkeiten von 84 Kilometern pro Stunde. Meteorologen erwarteten, dass der Hurrikan noch am Donnerstag nach New Iberia, rund 240 Kilometer westlich von New Orleans, ziehen würde. Die Hurrikan-Warnung reichte von High Island in Texas bis zur Mündung des Mississippi. Einzelne Tornados könnten auch den Süden von Louisiana und Mississippi heimsuchen. Der Sturm "Audrey" hatte 1957 in Louisiana 400 Menschen getötet. "Lili" hat bereits in Jamaika und Kuba Spuren der Verwüstung hinterlassen, sechs Menschen kamen ums Leben.

Die Weltraumbehörde NASA verschob den für Mittwoch geplanten Start der Raumfähre Atlantis von Cape Canaveral in Florida. Es werde zwar erwartet, dass der Sturm die texanische Stadt Houston und die dortige Bodenkontrollstation nicht direkt treffen werde, es sei aber nicht auszuschließen, dass Sturmausläufer Houston berührten. Die Kontrolle der Internationalen Raumstation ISS habe ein NASA-Team in Moskau übernommen. Der Start der Raumfähre zur ISS war bereits am Dienstag wegen des Sturms verschoben worden. Die "Atlantis" soll den Angaben zufolge nun am Montag starten. Bereits am Mittwoch hatten zahlreiche Öl-Firmen ihre Bohrinseln und Förderanlagen im Golf evakuiert. Dort wird ein Viertel des Öls der USA gefördert. Im internationalen Öl-Terminhandel wird wegen des Sturms auch mit Unterbrechungen der Lieferungen aus den USA gerechnet, allerdings beobachteten die Öl-Händler am Morgen eher die Entwicklung im Irak-Konflikt als den Sturm.

ale/bob REUTERS 031300 Okt 02

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